Vater des Retortenbabys, Robert Edwards, ist tot
Baku, den 10. April (AZERTAG). Knapp drei Jahre, nachdem er mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet wurde, ist der britische Forscher Robert Edwards gestorben. Nach Angaben der Universität von Cambridge starb der Pionier der künstlichen Befruchtung am Mittwoch im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit.
Schon als Edwards 2010 mit der höchsten Ehre gewürdigt wurde, die ein Forscher zu Lebzeiten erreichen kann, war er gesundheitlich angeschlagen. Seine Frau hatte den Nobelpreis stellvertretend für ihn entgegengenommen.
Edwards hatte gemeinsam mit dem britischen Gynäkologen Patrick Steptoe, der bereits 1988 starb, seit den fünfziger Jahren die In-vitro-Fertilisation entwickelt. Dabei werden einer Frau nach einer Hormonbehandlung reife Eizellen entnommen, im Labor mit Spermien befruchtet und der Frau wieder eingesetzt. Heute ist das eine Standardbehandlung.
Edwards wurde für seine Verdienste auch als „Vater des Retortenbabys“ bezeichnet. Schon Anfang der fünfziger Jahre machte er Experimente mit Kaninchen-Eizellen, die er in der Petrischale befruchtete. Doch der Ansatz ließ sich nicht auf menschliche Zellen übertragen. Zahlreiche Rückschläge prägten seine Forscherlaufbahn. Viele Wissenschaftler hielten die Idee, Kinder im Labor zu zeugen, für wahnwitzig. Ethiker waren zum Teil entsetzt.
1969 gelang Edwards und Steptoe dann tatsächlich trotz aller Widerstände die erste Befruchtung einer Eizelle außerhalb des Körpers. Im Juli 1978 kam das erste Retortenbaby Louise Joy Brown zur Welt, was kinderlosen Paaren weltweit Hoffnung machte, doch noch Nachwuchs bekommen zu können. Mehr als 30 Jahre später gab es dafür den Nobelpreis für Edwards. Da die Ehrung aus Stockholm nicht posthum vergeben wird, konnte sein Forscherkollege Steptoe nicht mehr bedacht werden.