Welche Megacities den großen Knall fürchten müssen
Baku, den 5. April (AZERTAG). Das Erdbeben in Japan forderte Tausende Tote. Doch es droht weit Schlimmeres: In seismisch aktiven Regionen sind riesige Metropolen entstanden.
Tokio bangt: Wird der Wind drehen und radioaktive Partikel zu der Megacity mit ihren 35 Millionen Einwohnern tragen? Es gibt indes noch ein weiteres Damoklesschwert, das über dem Herz Japans schwebt. Wobei das Bild schief ist: Die Gefahr schwebt nicht darüber, sondern lauert darunter: Geophysiker wissen aus Analysen der Erdkruste und den Daten früherer Erdbeben, dass die Region mit beträchtlicher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahrzehnten von einem zerstörerischen Erdbeben heimgesucht wird.
Grund sind die Spannungen, die sich vor der Küste aufbauen. An einer Tiefseerinne, dem Nankai-Trog, tauchen die Philippinische und die Pazifische Platten unter die Eurasische Platte und verhaken sich dabei. Im Jahr 1923 hatte ein Magnitude-7,9-Beben in der Region Tokio-Yokohama mehr als 140.000 Menschenleben gefordert.
Seither herrscht Ruhe - eine beunruhigende Ruhe, denn seither bauen sich gewaltige neue Spannungen auf. Bill McGuire, ein Experte für Georisiken am University College in London, bezeichnete Tokio deshalb in einem Buch als „Die Stadt, die auf das Sterben wartet“.
Japan ist jedoch nur eines von vielen durchgerüttelten Ländern. Zu einem Erdbeben kann es theoretisch an jedem Punkt der Welt kommen. Gehäuft und stark findet man sie indes an den Rändern der Kontinentalplatten. Vor allem die Länder entlang des zirkumpazifischen Feuerringes sind anfällig.
Mehr als 95 Prozent aller beobachteten Beben geschehen hier. Außerdem jene Regionen, wo die Australische, Indische, Arabische und Afrikanische Platte nordwärts gegen Eurasien drängen: von China über Nepal, Iran und die Türkei bis Südeuropa.
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