WHO fordert Massentests von Geflügel
Peking, den 9. April (AZERTAG). China hat bereits Tausende Tiere getötet, jetzt fordert die WHO das Land zu weiteren Massenstests von Geflügel auf. Das H7N9-Virus wird nach derzeitigem Stand von Vögeln auf den Menschen übertragen. Mindestens 24 Personen haben sich bisher infiziert, sieben starben.
Im Kampf gegen das Vogelgrippe-Virus H7N9 in China sind nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weitere, großangelegte Tests von Geflügel erforderlich. Tausende Enten, Hühner, Tauben und Gänse wurden bereits vorsorglich getötet, um das bisher kaum bekannte Virus einzudämmen. Mindestens 24 Menschen haben sich infiziert, die Zahl der Todesopfer ist von sechs auf sieben gestiegen.
Das Virus werde nach derzeitigen Erkenntnissen von Vögeln auf Menschen übertragen, sagte WHO-Vertreter Michael O'Leary am Montag in Peking. Die Tiere zeigten allerdings keinerlei Symptome. „Das macht massive Tests der Tierpopulation nötig“, sagte O'Leary. "Wir können nur im Labor sehen, ob sie krank sind.“
Das neue Virus unterscheide sich in seiner Wirkung auf die Tiere grundlegend von der Vogelgrippe durch H5N1 vor einigen Jahren, sagte der WHO-Vertreter. Mit dem Virus H5N1 hatten sich nach WHO-Angaben seit 2003 weltweit mehr als 600 Menschen angesteckt. 371 Patienten starben.
Bisher wurde das Virus in lebenden Tauben auf einem Shanghaier Markt nachgewiesen, die für den Verzehr gedacht waren. Infolgedessen schlossen die Shanghaier Behörden alle Geflügelmärkte der Stadt, 98.000 Tiere wurden vorsorglich gekeult. Bisher beschränken sich alle Krankheitsfälle auf die Millionenstadt Shanghai und weitere Regionen im Osten des Landes. Auch in den Städten Nanjing und Hangzhou wurden die Märkte geschlossen.
Trotz der geforderten Maßnahmen sieht die WHO zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund zur Panik. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Von 621 kontrollierten Personen, die Kontakt mit Infizierten hatten, hat sich keiner angesteckt. Bislang gebe es nur vereinzelte Fälle, und vielleicht werde es dabei bleiben, erklärte O'Leary. Die Krankheit sei allerdings sehr ernst. Der Zustand vieler Betroffenen ist kritisch, in der Regel führt das Virus zu einer schweren Lungenentzündung. Ein vier Jahre alter Junge in Shanghai konnte sich allerdings von der Infektion erholen, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.