Zu viel Salz kostet jedes Jahr Millionen Menschen das Leben
Baku, den 1. April (AZERTAG). Salzreiche Ernährung fordert einer Studie zufolge jedes Jahr Millionen Menschenleben weltweit. Unter den Toten sind besonders viele Männer.
Allein im Jahr 2010 verursachte zu viel Salz in der Nahrung 2,3 Millionen Tode durch Herz-Kreislauferkrankungen, wie US-Forscher bei einem Kongress der American Heart Association in New Orleans bekanntgaben. Dies seien 15 Prozent sämtlicher auf Herz-Kreislauferkrankungen zurückzuführenden Todesfälle. Die Wissenschaftler berücksichtigten nach eigenen Angaben auch andere Risikofaktoren. Die Zahlen spiegeln demnach die direkten Auswirkungen von erhöhtem Salzkonsum wider.
Kochsalz besteht aus Natriumchlorid und ist für den Menschen die wichtigste Quelle von Natrium. Die Mediziner der Harvard-Universität werteten 247 Studien von Forschungseinrichtungen aus 50 Ländern zur Natriumeinnahme von Erwachsenen aus. Zunächst untersuchten sie, wie der Natriumverbrauch den Blutdruck beeinflusst. Anschließend bestimmten sie, wie sich diese Blutdruckunterschiede auf das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen auswirkten. So schätzten sie schließlich ab, wie viele der Herz-Kreislauferkrankungs-Todesfälle auf zu hohen Salzkonsum zurückzuführen sind.
Nahezu eine Million der 2,3 Millionen Betroffenen - fast vierzig Prozent - starben im Alter von weniger als 70 Jahren. Fast zwei Drittel der Toten waren männlich. Herzinfarkte waren in 42 Prozent der Fälle die Todesursache, dicht gefolgt von Schlaganfällen mit 41 Prozent. Insgesamt stellen Herz-Kreislauferkrankungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge mittlerweile weltweit die häufigste Todesursache dar.
In einer ergänzenden Studie untersuchten Mediziner der Harvard-Universität zudem den weltweiten Salzverbrauch. Das Ergebnis: 99 Prozent der Weltbevölkerung nehmen mehr als die von der WHO empfohlene Obergrenze von 2000 Milligramm Natrium am Tag zu sich. Die American Heart Association empfiehlt sogar einen Natriumverbrauch von nicht mehr als 1500 Milligramm täglich.
Den höchsten durchschnittlichen Natriumverbrauch wiesen demnach die Menschen in Kasachstan mit rund 6000 Milligramm täglich auf. Die geringste Durchschnittsdosis zeigten Kenia und Malawi mit rund 2000 Milligramm am Tag.