260.000 Kindern kann nicht geholfen werden
Baku, den 15. August (AZERTAG). In Kenia müssen ältere Kinder aus dem Noternährungsprogramm ausgeschlossen werden. Auch weil nötige Spendengelder erst fließen, wenn das Elend eskaliert.
Mehr als 260.000 unterernährte Kinder mussten aus dem Notprogramm ausgeschlossen werden - weil schlicht das Geld fehlt. Noch leben diese Kinder. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie furchtbar es für die Helfer in Kenia sein muss, vier- und fünfjährige Kinder von lebensrettender Spezialnahrung auszuschließen.
Vor allem, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Geldmangel völlig unnötig entstanden ist. Denn die Hungerkrise ist keine Katastrophe, die urplötzlich, aus heiterem Himmel über die Menschen am Horn von Afrika hereingebrochen ist. Es ist die Chronik einer angekündigten Katastrophe. Schon vor mehr als einem halben Jahr haben alle in der Region tätigen Hilfsorganisationen, auch Save the Children, vor dem drohenden Unheil gewarnt.
Afrika ist weit weg. Wir haben uns längst an die immer wiederkehrenden Nachrichten von Dürren, Hungersnöten und bewaffneten Auseinandersetzungen gewöhnt. Und während wir verregnete Sommerferien beklagen, warten Millionen Menschen in Somalia, Kenia und Äthiopien seit einem Jahr vergeblich auf Niederschläge.
Als es in den traditionellen Weidegebieten kein Gras mehr gab, machten sie sich mit ihren Herden auf die Suche nach Futter in der weiteren Umgebung. Schließlich verfütterten sie die Dächer ihrer Strohhütten an ihre Ziegen und Kühe. Dennoch starb das Vieh und damit verloren die Menschen ihre Lebensgrundlage. Man konnte, ja man musste es kommen sehen: Millionen Menschenleben sind vom Hungertod bedroht.
Inzwischen sind Hilfsprogramme von Organisationen wie Save the Children die letzte Hoffnung für Hunderttausende Familien. Allein in Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt, leben mehr als 400.000 Menschen.
Täglich werden es mehr. Und sie alle brauchen Wasser, Nahrungsmittel und Medikamente. Unterernährte Babys und Kleinkinder wie Ibrahim werden mit Spezialnahrung gerettet, stillende Mütter versorgt, damit ihre Babys so gut wie möglich vor Infektionskrankheiten geschützt sind.