2600 Menschen starben beim Aufstand gegen Assad
Baku, den 12. September (AZERTAG). Seit sechs Monaten protestieren in Syrien die Menschen gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad - nach Schätzungen der UNO hat der Aufstand bisher mindestens 2600 Menschen das Leben gekostet. Die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, erklärte, die Zahl basiere auf verlässlichen Quellen vor Ort. Nach Angaben der in London ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden zudem mehr als 70.000 Menschen festgenommen. 15.000 von ihnen sind demnach noch in Haft. Eine Beraterin Assads erklärte unterdessen, bei den Unruhen seien 1400 Menschen ums Leben gekommen - 700 auf Seiten der Demonstranten und 700 auf Seiten der Sicherheitskräfte.
Der UNO-Menschenrechtsrat hatte nach einer Krisensitzung zur Lage in Syrien kürzlich die Regierung in Damaskus aufgefordert, das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten zu beenden.
Der Appell blieb wirkungslos: Armee und Milizen gehen nach Angaben von syrischen Aktivisten weiter gewaltsam gegen Regimegegner vor. Seit Sonntag seien acht Zivilisten getötet worden, hieß es am Montag. Die Aktivisten riefen auf ihren Websites für Dienstag zu landesweiten Protesten unter dem Motto „Dienstag der Wut über Russland“ auf. Die syrische Opposition hatte die russische Führung zuletzt davor gewarnt, den gleichen „Fehler“ zu begehen, wie im Falle des Aufstandes in Libyen, wo Moskau mit der Anerkennung des Übergangsrates zu lange gezögert habe.
Wie brutal das Regime gegen Widersacher vorgeht, zeigt der Tod des Menschenrechtsaktivisten Ghijath Matar. Matar, einer der Organisatoren der Proteste gegen die Regierung von Präsident Assad, war am Dienstag festgenommen worden. Am Samstag wurde seine Leiche seiner Familie übergeben. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zeigte sie mit Verletzungen an der Brust und im Gesicht klare Zeichen von Folter. Die USA machten jetzt Angaben zu dem Fall: Matar sei in Gewahrsam der Sicherheitskräfte gestorben, erklärte Außenamtssprecherin Victoria Nuland. Die USA verurteilten Matars Tod „auf das Schärfste“.