Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

11. Ministertreffen des Beratungsgremiums für Südlichen Gaskorridor und 3. Ministertreffen des Beratungsgremiums für Grüne Energie Präsident Ilham Aliyev nimmt an Veranstaltung teil AKTUALISIERT VIDEO

Baku, 4. April, AZERTAC

Im Palast “Gülüstan“ in Baku haben das 11. Ministertreffen des Beratungsgremiums für Südlichen Gaskorridor und das 3. Ministertreffen des Beratungsgremiums für Grüne Energie stattgefunden.

Der Präsident der Republik Aserbaidschan Ilham Aliyev nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil.

Der Energieminister Aserbaidschans, Parviz Schahbazov, sagte:

„Eure Exzellenz, der Präsident der Republik Aserbaidschan, Herr Ilham Aliyev, der geschätzte Kommissar für Energie und Wohnungsbau, Herr Dan Jørgensen, sehr geehrte Minister, sehr geehrte Gäste, Damen und Herren,

Es ist mir eine große Ehre, Sie bei der 11. Sitzung des Ministerrates für Südlichen Gaskorridor und der 3. Sitzung des Ministerrates für Grüne Energie-Initiative willkommen zu heißen. Dieses Treffen ist ein weiterer wichtiger Schritt in unseren erfolgreichen Bemühungen, die Vereinbarkeit von Energiesicherheit und Energiewende zu stärken. Ich möchte meine tiefste Dankbarkeit für die entschlossene Führung und starke Unterstützung des Präsidenten der Republik Aserbaidschan, Herrn Ilham Aliyev, zum Ausdruck bringen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Nun lade ich mit großer Freude Präsident Ilham Aliyev ein, die Eröffnungsrede zu halten.“

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Der Präsident von Aserbaidschan hielt eine Rede bei der Veranstaltung.

Rede von Präsident Ilham Aliyev

-Guten Morgen, meine Damen und Herren, sehr geehrte Gäste,

Ich heiße Sie alle in Aserbaidschan herzlich willkommen. Besonders begrüße ich unseren Gast aus Brüssel. Herr Kommissar, willkommen! Dies ist das erste Mal, dass Sie an dieser Veranstaltung teilnehmen. Aber wir alle wissen, und ich habe bereits erwähnt, dass das Beratungsgremium zum Südlichen Gaskorridor zum 11. Mal in Baku tagt. Diese wichtige Veranstaltung, die von Aserbaidschan initiiert und von der Europäischen Kommission unterstützt wurde, hat eine entscheidende Rolle bei der Formulierung von Ansätzen im Bereich der Energiesicherheit, der Lösung dieser Fragen und der Koordination unserer gemeinsamen Bemühungen gespielt. Auch heute, als wir ein gemeinsames Foto gemacht haben, habe ich gesagt, dass wir vielleicht mehr Platz brauchen werden, weil das Team wächst. Und das ist ein sehr gutes Zeichen für die Zusammenarbeit. Mit der Zeit wächst die Zahl der teilnehmenden Länder und Unternehmen, die sich um ein gemeinsames Ziel versammeln. Das erste Ziel ist, die Zusammenarbeit zu stärken, denn ohne Zusammenarbeit wären keine der Energiesicherheitsprojekte möglich.

Das zweite Ziel ist es, die Energiesicherheit für sich selbst, seine Nachbarn und Partner zu gewährleisten. Ich denke, dass der positive Wille zur Partnerschaft und Zusammenarbeit, der uns vereint, eine klare Manifestation unserer Verantwortung ist. Dies ist die Verantwortung der Produzenten, Transitländer und Verbraucher. Natürlich hat das Gleichgewicht der Interessen zwischen den drei Hauptakteuren dieses Prozesses, unterstützt von internationalen Finanzinstitutionen, unsere Geschichte oder Geschichten zum Erfolg geführt. Die Länder, ihre Regierungen, Investoren, Unternehmen und führende Finanzinstitutionen sind unser Team, und dieses Team wächst. Heute ist es so klar wie nie zuvor, dass Energiesicherheit ein untrennbarer Teil der nationalen Sicherheit der Länder ist. Ich würde sogar sagen, dass wir heute auch über industrielle Sicherheit sprechen können, denn für die Entwicklung der Industrie benötigen wir Energiequellen, petrochemische Produkte und Düngemittel. Aserbaidschan ist ein Produzent und Exporteur von Rohöl, Erdgas, petrochemischen Produkten und Düngemitteln.

Unser Energieunternehmen – die Staatliche Ölgesellschaft Aserbaidschans – ist im Bereich Förderung, Transport und Lieferung sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene tätig. Aserbaidschan ist seit vielen Jahren ein zuverlässiger Partner und wird es auch in Zukunft bleiben. Wie hochrangige Vertreter der Europäischen Kommission betont haben, ist Aserbaidschan ein zuverlässiger Partner im Energiesektor und ein pan-europäischer Gaslieferant. Das ist die Wahrheit. Die Geografie unserer Gaslieferungen erweitert sich. Seit unserem letzten Treffen in Baku, also dem 10. Treffen des Beirats, sind fünf weitere Länder zu Käufern unseres Erdgases geworden. Heute wird das aserbaidschanische Erdgas in 12 Länder geliefert. Zehn dieser Länder gehören zu Europa, und acht davon sind Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die Geografie unserer Gaslieferungen in Europa wird sich eindeutig erweitern, da wir heute bereits am Aufbau von Gasverteilungsnetzen in einigen europäischen Ländern beteiligt sind. In einigen dieser Länder existieren diese Netzwerke noch nicht, in anderen müssen sie erweitert werden, und Aserbaidschan plant, dies als Investor zu tun. Somit wird sich die Geografie unserer Gaslieferungen eindeutig auf verschiedenen Wegen erweitern, einschließlich über Interkonnektoren.

Natürlich müssen wir auch über gemeinsame Bemühungen zur Erweiterung des bestehenden Gas-Pipelinesystems nachdenken. Der Südliche Gaskorridor ist für uns alle eine große Erfolgsgeschichte. Heute ist das 3500 Kilometer lange integrierte Pipeline-System eine Hauptarterie für die Energiesicherheit vieler Länder. Es funktioniert jetzt mit voller Leistung. Alle drei wichtige Teile des Südlichen Gaskorridors – die Südkaukasus-Pipeline, TANAP und TAP funktionieren mit voller Kapazität. Wir müssen diese ausbauen. Natürlich werden wir dafür Finanzierung benötigen. Wir kommen zu einem sehr wichtigen Punkt, den wir bereits mehrfach angesprochen haben: Internationale Finanzinstitutionen, die beschlossen haben, die Finanzierung von fossilen Brennstoffprojekten einzustellen, werden besonders unter Berücksichtigung großer geopolitischer Veränderungen ihre Politik wahrscheinlich überdenken müssen. Denn ohne zusätzliche Investitionen in die Transportinfrastruktur und sogar in die Produktion wird dies sehr problematisch sein.

Unser Energieunternehmen – die Staatliche Ölgesellschaft Aserbaidschans – verfügt über reiche Erfahrungen mit der Umsetzung großer Produktions- und Transportprojekte, insbesondere in der Kombination von Eigenkapital und aufgenommenen Finanzmitteln. Die Felder Aseri, Tschirag-Günäschli, Schah Denis und Abscheron tragen zur Energiesicherheit vieler Länder bei. In den nächsten Jahren werden noch viele weitere Öl- und Gasfelder in Betrieb genommen. Die entsprechenden Verträge wurden unterzeichnet, und das Arbeitsprogramm wurde genehmigt. Die Pipelines Baku-Tiflis-Ceyhan und Baku-Supsa sowie der Südliche Gaskorridor wurden in Zusammenarbeit, wie bereits erwähnt, von allen Beteiligten gebaut

Daher sendet die Politik der Einstellung der Finanzierung von Rohstoffprojekten ein negatives Signal an Investoren, Unternehmen und Länder. Kurz gesagt, ich denke, dass dieses wichtige Thema möglicherweise zur Diskussion gestellt wird.

Wir hoffen, dass trotz der sehr breiten grünen Agenda in Europa die Rohstoffproduzenten und traditionellen Brennstoffe nicht als unbedeutend abgetan werden und nicht diskriminiert werden. Tatsächlich war dies unsere Botschaft auf der Klimakonferenz COP29. Als Aserbaidschan eine internationale globale Veranstaltung ausrichtete, wurde darauf hingewiesen, dass es keine Trennungslinien und keine Diskriminierung zwischen den rohstoffreichen und den rohstoffarmen Ländern geben sollte. Im Gegenteil, Länder, die sowohl über reichhaltige Rohstoffe verfügen als auch in erneuerbare Energien investieren, sollten begrüßt und nicht angegriffen werden.

Daher denke ich, dass es die Arbeit der Produzenten erheblich erleichtern wird, falls dieses wichtige Thema gelöst wird. Gleichzeitig ist der Prozess von Langzeitverträgen auch von entscheidender Bedeutung. Denn wir alle wissen, dass in Öl, Gas und Energieprojekte erhebliche Investitionen getätigt werden müssen, die über viele Jahre hinweg zurückgeführt werden müssen. Übrigens haben wir als Land bereits in den Südlichen Gaskorridor investiert, aber diese Investitionen sind bislang noch nicht zurückgezahlt worden. Wir haben dieses Gleichgewicht noch nicht erreicht. Daher müssen wir sicherstellen, dass in den kommenden Jahren Europa ein wichtiger Markt für unser Erdgas bleibt. Das bedeutet, wir müssen sicherstellen, dass dieser Markt noch für einige Jahre bestehen bleibt. Wenn wir keine solche Garantie haben, werden Investoren und Länder keine Investitionen tätigen. Das würde zu einer erheblichen Knappheit an Erdgas führen. Unsere Reserven sind bekannt.

Dieses Jahr erwarten wir den Beginn der Förderung in neuen Feldern, besonders im Tiefgasfeld "Aseri-Tschirag-Günäschli". Auch denke ich, dass wir uns in der letzten Phase der Vereinbarung zur Steigerung der Gasförderung aus dem Feld "Abscheron" befinden. Das bedeutet, dass im Rahmen des Übergangs zur zweiten Phase mindestens 3 Milliarden Kubikmeter zusätzlich zu den aktuellen 1,5 Milliarden Kubikmetern gefördert werden.

Kurz gesagt, all dies ist möglich, aber wie gesagt, es müssen zwei Hauptkriterien erfüllt sein: Interkonnektoren und die Erweiterung des Südlichen Gaskorridors. Es muss auch eine verlässliche Prognose und verlässliche Partnerschaften geben, denn in einer Partnerschaft müssen alle Seiten zuverlässig sein.

Was die grüne Agenda betrifft, so haben wir, wie bereits erwähnt, zwei wichtige Kriterien miteinander vereint und die Bedürfnisse unserer Verbraucher erfüllt.

Übrigens hat sich unsere Gasversorgung nach der Unterzeichnung des Memorandums über die strategische Partnerschaft im Energiesektor mit der Europäischen Kommission um etwa 60 % erhöht. Dieses Memorandum wurde Mitte 2022 sowohl von der Präsidentin der Europäischen Kommission als auch von mir unterzeichnet. Im Jahr 2021 betrug unsere Gaslieferung nach Europa etwa 8 Milliarden Kubikmeter. Im vergangenen Jahr waren es fast 13 Milliarden Kubikmeter. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte unseres Gases nach Europa exportiert wird. Das sind 25 Milliarden Kubikmeter, und diese Zahl wird weiter steigen. Heute ist diese Menge bereits erheblich. Wir werden unseren Verbrauchern eindeutig mehr Gas liefern können, indem wir neue Felder erschließen und die Förderung in bestehenden Gasfeldern steigern. Kurz gesagt, wenn wir die grüne Energieagenda weiter vorantreiben, die uns hilft, mehr Erdgas zu sparen, wird Aserbaidschan eine noch wichtigere Rolle in der Energiesicherheit seiner Partner spielen.

Heute haben wir bereits Verträge mit unseren Investoren im Bereich Solar- und Windkraft unterzeichnet, die uns es uns ermöglichen, die Kapazität der Solar- und Windenergie bis 2030 auf 6 Gigawatt zu erhöhen. Wie bereits erwähnt, wird dies letztlich den Verbrauch von Erdgas für die Stromerzeugung im Land erheblich reduzieren, und das eingesparte Gas wird für den Export verwendet. Wir entwickeln uns aktiv mit unseren eigenen Investitionen. Was das Wasserkraftpotenzial in den von Armenien befreiten Gebieten in der Ost-Zangezur- und Karabach-Region betrifft, haben wir bereits Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von 270 Megawatt gebaut. Mehr als 30 kleine Wasserkraftwerke wurden bereits in Betrieb genommen, und in den nächsten fünf Jahren wird diese Zahl durch weitere 30 kleine Wasserkraftwerke auf 500 Megawatt steigen. Daher wird bis 2030 ein Energiepotenzial von 6,5 Gigawatt entstehen. Nur zur Information: Die heute in Aserbaidschan geschaffenen Kapazitäten liegen bereits bei mehr als 8 Gigawatt. Daher werden wir in den nächsten fünf Jahren unser Potenzial zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen fast verdoppeln.

Natürlich bin ich heute zuversichtlich, dass im Rahmen der Sitzung des Grünen Energierates auch das Thema des Grünen Kabels von Aserbaidschan nach Europa diskutiert wird. Laut den mir vorliegenden Informationen befinden sich die technischen Arbeiten an diesem Projekt in der Endphase. Sobald es abgeschlossen ist, werden definitiv praktische Gespräche über die Finanzierung aufgenommen. Natürlich können wir bereits jetzt sagen, dass wir hoffen, dass es keine Einschränkungen bei der Finanzierung von grünen Energieprojekten geben wird. Aber ich denke, es ist wichtig, dass diese Projekte in den europäischen Institutionen auf das Niveau eines Projekts von allgemeinem Interesse gehoben werden.

Damit schließe ich meine Rede, indem ich die Ergebnisse unserer Zusammenarbeit in einem aktiven Format hoch einschätze. Obwohl wir uns nur einmal im Jahr in Baku treffen, gibt es das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen, Treffen, Konferenzen sowie bilaterale und multilaterale Partnerschaftsformate, die die Grundlage für die Zusammenarbeit schaffen. Im Beratungsgremium überprüfen wir, wie immer, die im vergangenen Jahr erzielten Fortschritte und planen die nächsten Schritte. Ich wünsche beiden Beratungsgremien viel Erfolg.

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An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Veranstaltung 24 Länder, darunter Aserbaidschan und die Europäische Union, 7 internationale Finanzinstitutionen und 42 Energieunternehmen zusammengebracht hat. Minister, stellvertretende Minister und andere hochrangige Vertreter nahmen an der Veranstaltung teil.

Nach der Eröffnungssitzung setzte die Veranstaltung ihre Arbeit mit der Ministersitzung, der Plenarsitzung ”Südlicher Gaskorridor”, den Plenarsitzungen: Erfolgreiche Inbetriebnahme, Fortschritte und nächste Schritte des Südlichen Gaskorridors“ sowie der Plenarsitzung ”Grüne Energieprojekte und grüne Energiekorridore“ fort.

Im Rahmen des Beratungsgremiums fand auch das zweite Ministertreffen über die Übertragung und den Handel von grüner Energie zwischen Aserbaidschan, der Türkei, Georgien und Bulgarien statt. Darüber hinaus wurde ein informelles Treffen des Lenkungsausschusses/Ministertreffen zum Grünen Energiekorridor Kaspisches Meer - Schwarzes Meer - Europa und ein Runder Tisch über die Entwicklung der Offshore-Windenergie zwischen Aserbaidschan und der Europäischen Union abgehalten.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Dokumente über die Zusammenarbeit im Energiesektor unterzeichnet.

Das Ministertreffen des Beratungsgremiums für den Südlichen Gaskorridor wird seit Februar 2015 abgehalten.

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