Amazon und Microsoft schlagen Einschränkung von Chipexporten nach China vor
Baku, 14. November, AZERTAC
Amazon unterstützt einem Medienbericht zufolge an der Seite von Microsoft ein US-Gesetz, das die Chip-Exporte von Nvidia nach China weiter einschränken soll. Dies berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Das »GAIN AI«- Gesetz schreibt vor, dass Hersteller von KI-Chips zunächst inländische Aufträge für hoch entwickelte Prozessoren bedienen müssen, bevor sie an ausländische Kunden liefern. Auch das KI-Start-up Anthropic unterstütze das Vorhaben, hieß es in dem „WSJ“-Bericht weiter.
Microsoft habe das Gesetz öffentlich befürwortet, Vertreter der Cloud-Sparte von Amazon hätten privat ihre Unterstützung zugesagt. Meta Platforms, die Google-Mutter Alphabet und US-Präsident Donald Trump hätten sich dem Bericht zufolge noch nicht positioniert. Nvidia, der weltgrößte Chiphersteller, lehnt das Gesetz ab, da es den globalen Wettbewerb einschränke. Hintergrund des Gesetzesvorhabens sind Befürchtungen in Washington, China könne den Zugang zu hochentwickelten KI-Fähigkeiten für militärische Zwecke nutzen. Microsoft und Amazon nahmen zu dem „WSJ“-Bericht bisher nicht offiziell Stellung (Spiegel).
Die Diskussion um den Export von Halbleitern hat mit Erscheinen des Blackwell-Chips von Nvidia Fahrt aufgenommen. Dabei handelt es sich um einen neuen Chip für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI). Die US-Regierung hat dessen Verkauf nach China bislang unterbunden. Sie befürchtet, dass die Halbleiter dem chinesischen Militär und der dortigen KI-Industrie zugutekommen könnten.
Vergangene Woche hatte es Spekulationen gegeben, dass ein Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu einer Einigung über den Verkauf einer abgespeckten Version des Chips führen könnte. Dafür gab es jedoch bislang keine Anzeichen. Auch Nvidia-Chef Jensen Huang hat Spekulationen über eine Lieferung zurückgewiesen. Es gebe „keine aktiven Gespräche“ über den Verkauf der Blackwell-Chips an die Volksrepublik, sagte er Anfang November. „Derzeit planen wir nicht, irgendetwas nach China zu liefern.“