Annan startet Rettungsmission für Syrien
Baku, den 1. März (AZERTAG). Er soll das Wüten in Syrien mit diplomatischen Mitteln stoppen. Kofi Annan will „so schnell wie möglich“ nach Damaskus reisen. Ob er dort auch Präsident Assad trifft, ist offen. Die Rebellenhochburg Homs bleibt unter Dauerbeschuss - Spezialeinheiten sollen die Stadt umstellt haben.
Im Syrien-Konflikt sind bisher alle diplomatischen Bemühungen verpufft, ebenso wie Sanktionen des Westens. Große Hoffnungen auf ein rasches Ende der Gewalt ruhen nun auf Kofi Annan. Der neue Syrien-Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga will so rasch wie möglich nach Damaskus reisen.
Er plane, nach einem Zwischenstopp bei der Arabischen Liga in Kairo „sehr bald“ die syrische Hauptstadt zu besuchen, sagte der frühere Uno-Generalsekretär am Mittwochabend nach einem Treffen mit seinem Nachfolger Ban Ki Moon im Uno-Hauptquartier in New York.
Er wisse aber nicht, ob er den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad treffen werde, sagte Annan. Jedoch wolle er diesen in eine Lösung des Konflikts einbinden.
Eine neue diplomatische Offensive ist dringend nötig, denn das Blutvergießen im Land geht unvermindert weiter. Die syrischen Regierungstruppen verstärkten am Mittwoch nach Angaben von Aktivisten ihre seit Wochen anhaltenden Angriffe auf die Oppositionshochburg Homs. „Homs erlebt jetzt und heute die schlimmsten Angriffe“, berichtete der Aktivist Hadi Abdullah dem arabischen Nachrichtensender al-Dschasira aus der belagerten Stadt.
„Jeder Bezirk und jedes Wohngebiet in Homs ist umstellt“. Es gebe Berichte, dass Soldaten Wohnhäuser und andere Gebäude nach Deserteuren und Angehörigen der oppositionellen Freien Syrischen Armee durchsuchten, meldete der Sender. Rund 7000 Soldaten, darunter viele Kämpfer aus Eliteeinheiten, rückten auf das Zentrum vor, so die Rebellen. Berichte aus dem belagerten Ort sind kaum zu verifizieren, da ausländische Medien nicht frei berichten dürfen. Kämpfe und Zusammenstöße wurden am Mittwoch auch aus den Provinzen Daraa, Deir as-Saur und aus Aleppo gemeldet. Zudem soll es zahlreiche Festnahmen in der Ortschaft Halfaja im Umland der Stadt Hama gegeben haben, die an den Tagen zuvor belagert und mit schweren Waffen beschossen worden war.