Aserbaidschans Wiederaufnahme des Transitverkehrs nach Armenien als Zeichen guten Willens
Baku, 17. August, AZERTAC
Aserbaidschans Entscheidung, den Transit von Gütern aus Drittstaaten über sein Staatsgebiet nach Armenien wieder zu ermöglichen, wird als konkreter Schritt zur Normalisierung der Beziehungen und als Zeichen des guten Willens gewertet. Dabei geht es nicht nur um eine wirtschaftliche und logistische Maßnahme, sondern auch um ein Signal für den Übergang von Konfrontation zu praktischer Zusammenarbeit im Südkaukasus.
Im vergangenen Jahr wurde der Transit zunächst durch den Transport von Weizen erprobt. Inzwischen wurden über Aserbaidschan unter anderem Getreide, Düngemittel, Kohle, Baumaterialien sowie Erdöl und Erdölerzeugnisse nach Armenien befördert. Allein in der vergangenen Woche erfolgten zwei solche Lieferungen.
Nach Angaben des Zollkomitees exportierte Aserbaidschan von Januar bis Juli dieses Jahres Waren im Wert von 17,37 Millionen US-Dollar nach Armenien. Dazu gehörten auch mehr als 10.000 Tonnen Dieselkraftstoff und Benzin verschiedener Sorten.
Die Wiederaufnahme des Transitverkehrs soll zur Diversifizierung der Versorgung Armeniens, zur Senkung von Logistikkosten und zur Schaffung neuer wirtschaftlicher Verbindungen beitragen. Zugleich entspricht sie Aserbaidschans umfassender Strategie, das Land zu einem wichtigen Transitknoten zwischen Europa und Asien zu entwickeln.
Damit erhält der Transitverkehr auch eine politische Bedeutung: Praktische Wirtschafts- und Verkehrsverbindungen können dazu beitragen, Vertrauen zwischen Aserbaidschan und Armenien aufzubauen und den Friedensprozess durch konkrete wirtschaftliche Interessen zu festigen.