Bombe explodiert vor Friedensgesprächen
Baku, den 28. März (AZERTAG). Nach Jahren von Terror und Gewalt im Süden Thailands führt die Regierung jetzt erstmals offiziell Friedensgespräche mit muslimischen Rebellen. Doch die Verhandlungen werden von einem blutigen Angriff überschattet: Im Süden des Landes ist eine Bombe detoniert - mindestens drei Menschen starben.
Die Bombe explodierte, noch bevor sich die Teilnehmer der Friedensgespräche an den Verhandlungstisch gesetzt hatten: In Thailands Süden detonierte am Donnerstag ein Sprengsatz, drei Männer einer Dorfwacht kamen ums Leben, fünf weitere wurden verletzt.
Dabei sollen die Gespräche solche Taten künftig verhindern: Thailands Regierung und muslimische Separatisten verhandeln in Malaysia über Frieden. Die malaysische Regierung fungiert als Moderator, sie vermittelte bereits erfolgreich zwischen muslimischen Rebellen und der philippinischen Regierung.
„Wir wollen die Gewalt reduzieren“, versprach der Generalsekretär des thailändischen Nationalen Sicherheitsrates, Paradorn Pattannathabutr, vor Beginn der Gespräche. Der Führer der Rebellen äußerte sich nicht.
In den drei südlichsten Provinzen Thailands - Yala, Pattani und Narathiwat - leben überwiegend Muslime. Separatisten kämpfen dort seit langem für einen eigenen Staat oder mehr Autonomie. Die Spirale des Tötens und Getötetwerdens dreht sich dort immer schneller. Seit dem Überfall auf ein Armeedepot, bei dem Rebellen 2004 Hunderte Waffen erbeuteten, sind die Kämpfe deutlich aufgeflammt. 5300 Menschen kamen seitdem ums Leben.
Das renommierte US-Institut für Wirtschaft und Frieden (IEP) setzte Thailand in seinem jüngsten Global Terrorism Index auf Platz acht der am meisten vom Terror gefährdeten Staaten. Dort rangiert das Land seit Jahren, mal einen Platz höher, mal einen niedriger, gleich hinter dem Irak, Pakistan, Afghanistan, Indien, dem Jemen, Somalia und Nigeria. 173 Anschläge mit terroristischem Hintergrund registrierte das IEP für 2011 in Thailand - fast alle fernab von den Touristenzentren in den muslimischen Provinzen an der Grenze zu Malaysia.
Keine Regierung hat bisher ein Rezept gefunden, den Süden zu befrieden. Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra setzt jetzt auf Verhandlungen mit gemäßigten Aufständischen. Gespräche auf inoffiziellen und offiziellen Kanälen brachen jedoch immer wieder ab, weil ein neues Attentat, ein neuer Mord jedes auch nur zaghaft aufkeimende Vertrauen in eine friedliche Lösung des Konflikts jäh zerstörte.