China fordert 1,7 Millionen Euro Steuern von Ai Weiwei
Baku, den 1. November (AZERTAG). Erst im Juli war Ai Weiwei nach Monaten aus chinesischer Haft freigekommen - nun droht dem Künstler und Menschenrechtler neuer Ärger mit den Behörden. Diese hätten ihn zur Zahlung von 15 Millionen Yuan (umgerechnet rund 1,7 Millionen Euro) Steuerrückständen aufgefordert, so Ai. Der Regimekritiker hat nach eigenen Angaben einen entsprechenden Bescheid der Steuerbehörde Peking erhalten.
In dem Schreiben werde ihm vorgeworfen, mit der Firma seiner Ehefrau Lu Qing Steuern unterschlagen zu haben. Die fehlende Summe solle innerhalb der kommenden zwei Wochen beglichen werden. Schafft er es nicht, das Geld aufzutreiben, drohen ihm eine Festnahme und bis zu sieben Jahre Haft. Ai kündigte bereits an, nicht zahlen zu wollen.
Der 53-Jährige sieht in den Forderungen einen weiteren Versuch der Regierung, ihn ruhigzustellen. In dem Schreiben wurde Ai als „eigentlicher Aufseher“ des Unternehmens seiner Frau, Beijing Fake Cultural Development, betitelt - daher die hohe Rückforderung. Dies entspreche nicht den Tatsachen, kritisiert der Künstler: „Ich bin Designer für das Unternehmen. Ich bin kein Direktor oder gar Manager.“
Unklar sei außerdem, wie die geforderte Summe zustande komme. Bisher fehlten Beweise dafür, dass die Firma seiner Frau zu wenig Steuern bezahlt habe, berichtet der Künstler. Die Behörden beantworteten seine Nachfragen nicht, auch Beschwerden blieben ohne Ergebnis. Bei der geforderte Summe geht es um 5,3 Millionen Yuan Steuernachzahlungen, 6,8 Millionen Yuan Strafe und drei Millionen Yuan aufgrund verspäteter Zahlungen.
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