Das ist die längste Yacht der Welt
Baku, den 6. April (AZERTAG). Drei Luxuslimousinen der Marke Maybach hintereinander oder 17,50 Meter. So groß ist der Längenunterschied zwischen der „Eclipse“ des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch und der nagelneuen „Azzam“. Die 180 Meter lange Megayacht ist am Freitag bei der Bremer Lürssen-Werft vom Stapel gelaufen und gehört Branchendiensten zufolge dem saudischen Prinzen Walid Ibn Talal. Ein bisschen teurer als die „Eclipse“ ist das neue Luxusspielzeug vermutlich auch gewesen, die Schätzungen liegen bei rund 500 Millionen Euro. Die „Eclipse“, Baujahr 2009, hatte nur 340 Millionen Euro gekostet - allerdings ohne Extras wie das U-Boot und das Raketenabwehrsystem.
Während über die Inneneinrichtung der „Azzam“ noch spekuliert wird, ist über die „Eclipse“ schon vieles bekannt. Die Abramowitsch-Yacht ist eine regelrechte Festung, mit zahlreichen Abwehrmöglichkeiten gegen Paparazzi oder Angreifer, aber auch mit Annehmlichkeiten wie Pool, Kino, Partyraum.
Das Dach der Kabine von Abramowitsch lässt sich öffnen, die Gäste können sich auf Motorbooten und Jet-Skis vergnügen und zur Anreise auf einem der beiden Hubschrauberlandeplätze landen. Der Bau bei Blohm + Voss war allerdings recht kompliziert. Zweimal musste das Schiff verlängert werden, damit es nicht schon beim Stapellauf auf den zweiten Platz verwiesen wird, mehrfach musste die Hamburger Werft das Schiff wegen Beanstandungen überarbeiten. Angeblich soll Blohm + Voss mit dem Auftrag sogar Verlust gemacht haben.
Die meisten Superreichen der Welt legen sich Luxusyachten zu, wenn sie mit ihrem Wohlstand prahlen wollen. Der mutmaßliche Besitzer der „Azzam“ hatte schon vor sechs Jahren als erster Privatmensch einen Airbus A380 bestellt (Listenpreis circa 200 Millionen Euro), verkaufte das größte Passagierflugzeug der Welt allerdings noch vor der Auslieferung weiter.
Saunalandschaft, Weinkeller, Konzertsaal. Alles an Bord - Es sind vor allem Scheichs und Prinzen aus den Arabischen Emiraten, die die Liste der Besitzer der längsten Yachten der Welt prägen. Auf dem mittlerweile dritten Platz liegt Scheich Mohammed Bin Raschid Al Maktum, Herrscher von Dubai und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate. Seine Yacht „Dubai“ ist nur einen halben Meter kürzer als die „Eclipse“ von Abramowitsch. Auch sie hat einen Pool, einen Hubschrauberlandeplatz und Kabinen für mehr als hundert Gäste. Und auch die „Dubai“ wurde in Deutschland gebaut: Bei Blohm + Voss und in der Lürssen-Werft.
Die Lürssen-Werft hat derzeit das Quasi-Monopol auf Großyachten, auch das jetzt viertlängste Schiff bauten die Bremer. 2008 übernahm das Sultanat Oman die 155 Meter lange „Al Said“ als königliche Yacht. Neben dem obligatorischen Hubschrauberlandeplatz ist über die Inneneinrichtung folgendes bekannt. Es soll eine Saunalandschaft geben, einen Weinkeller, ein Kino und einen Konzertsaal mit Platz für ein 50-köpfiges Orchester. Sicher ist zudem, dass die Zahl der Bediensteten die der Gäste mit 150 zu 65 deutlich übersteigt.