Der nette Herr Supoj mit den Millionen im Keller
Baku, den 31. Dezember (AZERTAG). Im thailändischen Transportministerium verdient man nicht schlecht, aber wie kam Staatsdiener Supoj Saplom an Millionen? Einbrecher fanden im Keller des Hauses ein Vermögen - jetzt diskutiert das ganze Land über den Fall. Eine Geschichte von Lügen und Korruption.
Supoj Saplom war immer ein achtenswerter und geachteter Mann. Mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern bewohnt er ein stattliches Anwesen in der Lat-Phrao-Straße in Bangkok. Das große, schmiedeeiserne Tor ist reich mit Gold verziert, wie es die Thais lieben. Jeden Morgen holte ihn eine Dienstlimousine ab. Er ließ sich in sein Büro im Transportministerium fahren, wo er eine Art beamteter Staatssekretär war. Kurz: Supoj Saplom und seine Familie führten das angenehme Leben einer begüterten thailändischen Familie.
Das änderte sich schlagartig am 12. November. Eigentlich sollte es ein Freudentag für Supoj und seine Familie werden: Die jüngste Tochter heiratete einen Amerikaner, mit dem sie nach Dubai übersiedeln wollte. Vater Supoj wollte eine Million Baht (umgerechnet etwa 25.000 Euro) Mitgift springen lassen. Doch die Hochzeitsfeier geriet für ihn und seine Familie zum Albtraum - und wuchs sich zu einer Räuberpistole im Hollywoodformat aus.
Denn am Abend des 12. November erstattete Supoj bei der Polizei seines Wohnbezirks Anzeige, die Mitgift sei geklaut worden. Später gab er an, insgesamt seien sogar fünf Millionen Baht aus dem Keller seines Hauses entwendet worden. Die Polizei wurde, wie es sich bei einem so prominenten Bürger gehört, sofort aktiv. Mit Hilfe der Überwachungskameras wurden schnell zwei Verdächtige festgenommen.
Von da an wurde der Fall Supoj mysteriös. Denn die Festgenommenen plauderten bereitwillig aus, dass sie zu einer größeren Gang gehörten und insgesamt 200 Millionen Baht aus dem Keller des Staatssekretärs gestohlen hätten. 18 Millionen wurden bei ihnen und vier weiteren festgenommenen Gangmitgliedern sichergestellt. Die restlichen rund 180 Millionen, so gaben sie zu Protokoll, habe ihr Bandenchef in Laos in Sicherheit gebracht. Und in Plastiksäcken und Pappschachteln verpackt sei noch viel mehr Geld in dem Supoj-Anwesen versteckt gewesen, insgesamt wohl eine Milliarde Baht, schätzten die Räuber. Mehr jedenfalls, als sie hätten tragen können.