Dutzende Tote bei Explosionen in Aleppos Universität
Baku, den 16. Januar (AZERTAG). Assad-Regime und Aufständische beschuldigen einander gegenseitig. Bei zwei Explosionen in der Universität in Aleppo sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Übereinstimmende Berichte von Assad-treuen Behörden und syrischen Menschenrechtlern sprechen von mindestens 80 Toten.
Bei zwei Explosionen in der Universität im syrischen Aleppo sind mehr als 80 Menschen getötet und 160 weitere verletzt worden. Dies sagten sowohl der Assad-treue Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Mohammed Wahid Akkad, als auch die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.
Die syrische Luftwaffe habe die Universität bombardiert und die Architektur-Fakultät getroffen. Daraufhin sei es zu Studentenprotesten gekommen. Auch Aktivisten gaben dem Assad-Regime die Schuld. Gouverneur Akkad sprach hingegen von einem „terroristischen Anschlag“ auf die Hochschule. Dort hätten gerade Prüfungen stattgefunden, als sich das Attentat ereignete.
Aus Militärkreisen wiederum hatte es zuvor geheißen, eine von Aufständischen abgefeuerte Boden-Luft-Rakete habe ihr Ziel verfehlt und sei auf dem Campus eingeschlagen. Auch die amtliche Nachrichtenagentur Sana machte „Terrorgruppen“ für die Explosionen verantwortlich, ein Begriff, den die Führung seit jeher für die bewaffneten Aufständischen benutzt. Die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die Ursache der Explosionen sei unklar. Auf dem Campus der Universität sind derzeit nicht nur Studenten, auch rund 30.000 Flüchtlinge aus der Umgebung sind dort untergebracht. Unter den Opfern seien auch Flüchtlinge, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Sana mit.
Die Universität hatte trotz der Kämpfe im Land zum Wintersemester wieder geöffnet. Sie befindet sich in einem von der Armee kontrollierten Stadtviertel. Dort gehen die Rebellen mit Autobomben und Selbstmordanschlägen gegen die Regierungskräfte vor. Andere Bezirke werden seit Juli von den Aufständischen kontrolliert. In der Wirtschaftsmetropole herrscht nach monatelangen Kämpfen ein Patt zwischen Regierungstruppen und Rebellen, die Stadt ist praktisch geteilt.