Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Ein Aserbaidschaner, der Millionen Pakistanern das Leben rettete

Ein Aserbaidschaner, der Millionen Pakistanern das Leben rettete

Baku, 10. Januar, AZERTAC

Heute ist Geburtstag von Hadschi Zeynalabdin Taghiyev. Taghiyev war ein aserbaidschanischer Industrieller und Wohltäter. Er war nicht nur in Aserbaidschan, sondern auch weit über die Grenzen seiner Heimat als Wohltäter sehr berühmt.

Taghiyev wurde im Jahre 1823 als Sohn des armen Schusters Taghi und seiner Frau Anakhanym in der Altstadt von Baku (Itschäri Schähär) geboren. Um sich um seine Familie zu kümmern, begann er nach dem Tod seiner Mutter Maurer zu lernen. Als er noch 18 Jahre alt war, war er schon als Unternehmer tätig. Mitte des Jahres 1873 erwarb er zusammen mit zwei Kompagnons Land in der Nähe der damals vom Öl-Boom profitierenden Stadt Bibi-Heybat südöstlich von Baku, um Ölquellen zu finden. Seine Geschäftspartner verkauften ihm nach einiger Zeit ihre Anteile und zogen zurück nach Baku. Durch die Erträge einer im Jahre 1877 entdeckten Ölquelle wurde Taghiyev zu einem der reichsten Männer im Russischen Reich.

Taghiyev investierte sein Vermögen nicht nur im Ölgeschäft, sondern auch in viele andere Projekte. Er finanzierte den Bau einer Moschee, Textilfabrik und abendliche Fortbildungskurse für Beschäftigten der Textilfabrik, investierte in den Bau einer Schule für deren Kinder, einer Apotheke und einer Mühle. Die Gesamtkosten für jene Projekte beliefen sich damals auf mehr als sechs Millionen Goldrubel. Er investierte bedeutende Summen in Textil-, Nahrungsmittel-, Bau- und Schiffbau-Betriebe und in die Fischerei. In den 1890er-Jahren kaufte er die Kaspische Dampfschiff-Kompanie, erneuerte sie und schuf eine Flotte von zehn Dampfbooten. Taghiyev besaß Grundstücke in Moskau, Teheran, Bandar-e Anzali und Rascht.

Trotz der seinem Leben folgenden Jahrzehnte der antibürgerlichen Propaganda in der ehemaligen Sowjet-Union, wird Taghiyev in Aserbaidschan weiterhin wegen seiner Wohltätigkeit verehrt.

Er finanzierte auch den Bau des ersten Aserbaidschanischen Nationaltheaters.

Zwischen 1898 und 1900 stellte Taghiyev 184.000 Rubel für den Bau der ersten säkularen Islamschule für Mädchen im mittleren Osten bereit. Die persönliche Erlaubnis zum Bau der Schule erhielt er in einem Briefwechsel mit der Kaiserin Alexandra.

Außerdem förderte er im Jahr 1894 in Märdäkan bei Baku den Bau einer Schule für Landwirtschaft und im Jahr 1911 den Bau der ersten Berufsschule in Baku.

Als Muslim befürwortete Taghiyev die Übersetzung des Korans in die aserbaidschanische Sprache. Das wurde entschieden abgelehnt von den lokalen Geistlichen, die glaubten, dass der Inhalt des Korans wegen seines göttlichen Ursprungs unantastbar sei und deshalb niemand das Recht habe, ihn zu übersetzen. Daraufhin sandte er einen von einem Mullah Bevollmächtigten nach Bagdad, der von den dortigen muslimischen Gelehrten die offizielle Erlaubnis zur Übersetzung des Korans mit zurückbrachte. Taghiyev forderte die notwendige Ausstattung für die Übersetzung aus Leipzig an und finanzierte sie und ihre Veröffentlichung.

Der bekannte aserbaidschanische Millionär, Philanthrop und Staatsberater des Russischen Reiches hat immer den Menschen geholfen. Als Wohltäter war Taghiyev auch weit über die Grenzen seiner Heimat sehr berühmt. Als die Pakistanische Bewegung für Unabhängigkeit und Bildung am Anfang des 20. Jahrhundert begann, brach die Pest-Seuche im ganzen Land aus. Die Pest tötete mehr als 100.000 Menschen in Pakistan .

Die einzige Möglichkeit bestand darin, gesunde Menschen gegen Pest zu impfen. In schwerer Stunde des Bruderlandes kaufte Taghiyev auf eigene Kosten 300.000 Ampullen Impfstoff und schickte sie nach Pakistan. Diese Hilfe von Taghiyev spielte eine Schlüsselrolle bei der Verhinderung der Pest-Seuche in Pakistan.

Nachdem Pakistan 1947 seine Unabhängigkeit erlangt hatte, wurde diese Tatsache in die Lehrbücher aufgenommen. Aufgrund dieser guten Taten betrachten die Pakistaner Aserbaidschan als Bruderland und unterstützen die Position Bakus bei der Lösung des Karabach-Konflikts. Darüber hinaus ist Pakistan das einzige Land in der Welt, das Armenien wegen seiner ungerechten Position in der Berg-Karabach-Frage als Staat nicht anerkennt.

Für seine großen Verdienste wurde er zweimal mit dem Sankt-Stanislaus-Orden ausgezeichnet.

Taghiyev starb im Jahr 1924.

Hier sei auch erwähnt, dass bald in Baku auf einem Platz (Istiglaliyyät -Straße) in der Nähe der U-Bahn Itschäri Schähär die Hadschi Zeynalabdin Taghiyev Skulptur errichtet wird.

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