Ein weiteres Führungsmitglied der Al Kaida getötet
Baku, den 1. Oktober (AZERTAG). Die USA haben fast vier Monate nach dem Tod Osama bin Ladens ein weiteres hochrangiges Mitglied des Terrornetzwerks Al Kaida getötet. Der in den USA geborene militante Al-Kaida-Prediger Anwar al-Awlaki kam am Freitag bei einem Luftangriff einer US-Spezialeinheit im Jemen ums Leben. Neben Awlaki wurde auch ein zweiter US-Extremist, Samir Khan, bei dem Angriff getötet.
US-Präsident Barack Obama sprach am Freitag von einem weiteren wichtigen Meilenstein im Kampf gegen Al Kaida. Den USA sei damit ein schwerer Schlag gegen den aktivsten Arm des Terrornetzwerks gelungen. Obama hatte Awlaki im April 2010 als ersten US-Bürger auf die CIA-Liste jener Personen gesetzt, die „tot oder lebendig“ gefangen genommen werden sollen.
Awlaki galt seit dem Tod Bin Ladens im Mai als einer der ranghöchsten Mitglieder der Al-Kaida-Führung hinter der neuen Nummer eins Aiman al-Sawahiri. US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte im Juli, Awlaki stehe mit Sawahiri auf der Liste der weltweit meistgesuchten Terroristen der USA.
Die Operation, bei der Awlaki am Freitag ums Leben kam, wurde von der selben US-Eliteeinheit ausgeführt, die auch bin Laden getötet hatte. Sie hatte Awlaki dazu drei Wochen lang verfolgt, am Freitag flog ein US-Kapmpfjet hinter dem Konvoi her, bevor bewaffnete Drohnen den Angriff schließlich ausführten. Die jemenitische Regierung erklärte, Awlaki sei außerhalb der Stadt Chaschef in der Gebirgsregion Dschauf getötet worden - etwa 140 Kilometer östlich der Stadt Sanaa. Zuvor waren mindestens zwei Mal Anschläge der USA auf sein Leben fehlgeschlagen.
Awlaki war als Sohn jemenitischer Eltern im US-Staat New Mexico geboren worden, bei seinen Predigten in San Diego lernte er unter anderem zwei der späteren Attentäter vom 11. September kennen.
Der Schlag gegen Awlaki sei durch die seit einigen Wochen deutlich verbesserte Zusammenarbeit mit Sanaa möglich geworden, hieß es am Freitag aus US-Geheimdienstkreisen. Der dortige Präsident Ali Abdullah Saleh sperrt sich seit Monaten gegen seinen in landesweiten Protesten geforderten Rücktritt.