Extremes Wetter in Japan: Mehrere Vermisste nach Erdrutschen
Baku, 11. August, AZERTAC
„Die Situation ist lebensbedrohlich“, warnt der japanische Wetterdienst dieser Tage. Seit vergangener Woche haben Rekordregenfälle und Überschwemmungen auf der Hauptinsel Kyushu zu Schlammlawinen geführt. Mehrere Menschen wurden verletzt, weitere gelten als vermisst.
Seit Tagen liegt ein Tiefdruckgebiet über der Region und bringt sintflutartige Regenfälle über die südliche Präfektur Kagoshima und den nördlichen Teil der Insel. „Selbst an Orten, an denen normalerweise keine Katastrophen zu erwarten sind, ist höchste Wachsamkeit geboten“, so der Wetterdienst.
In der Präfektur Kumamoto an der Westküste der Insel Kyushu suchten Rettungskräfte nach einer dreiköpfigen Familie, die auf dem Weg zu einer Notunterkunft von einer Schlammlawine erfasst worden war. Zwei Personen konnten lebend geborgen werden, eine dritte wurde weiterhin vermisst. Auch an anderen Orten gab es Vermisste – in der nahe gelegenen Präfektur Fukuoka fielen Menschen in angeschwollene Flüsse.
Etwa 384.000 Einwohner der am stärksten vom Starkregen getroffenen Präfektur Kumamoto seien von der höchste Warnstufe betroffen, hieß es. Medienberichte und Videos aus verschiedenen Ortschaften zeigten Häuser, Geschäfte und Fahrzeuge, die etwa einen Meter tief unter Wasser standen. In der Stadt Tamana fielen mehr als 37 Zentimeter Regen – laut Wetterdienst ein Rekord für die Region.
Angesichts der angespannten Lage haben die Behörden Millionen Menschen zur Evakuierung aufgerufen. Laut der Katastrophenschutzbehörde wurde am Montagmorgen mehr als drei Millionen Menschen empfohlen, sich in sichere Gebiete zurückzuziehen.
Premierminister Shigeru Ishiba forderte die Anwohner der Krisenregion auf, „größtmögliche Vorsicht walten zu lassen“ und ermahnte sie, „Maßnahmen zur Rettung Ihres Lebens Vorrang zu geben“.
Die Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Kagoshima und Hakata im Norden von Kyushu sowie der Nahverkehr wurden am Montagmorgen eingestellt. Nach Angaben der Kyushu Electric Power Co. waren in Kumamoto etwa 6000 Haushalte ohne Strom, fast die Hälfte davon war am Montag wieder ans Netz angeschlossen.