Facebook kämpft mit Microsoft gegen Google
Baku, den 16. Januar (AZERTAG). Facebook will seine Nutzer noch länger im eigenen Kosmos und weg von der Konkurrenz halten. Gelingen soll das mit einer schlauen Suchfunktion. Auch Microsoft ist im Boot.
„Komm und sieh, was wir bauen“, hatte Facebook vergangene Woche geheimnisvoll eingeladen, und damit die Tech-Szene in Aufruhr versetzt. Was würde Gründer Mark Zuckerberg vorführen: Ein Facebook-Telefon? Ein neues Werbe-Netzwerk? Eine Web-Suche in Konkurrenz zu Google?
Nichts dergleichen! Zuckerberg zeigte stattdessen, wie sich seine über eine Milliarde Nutzer künftig im immer größeren und komplexeren Facebook-Universum zurechtfinden sollen: "Graph Search“ heißt eine neue Suchfunktion, mit der die Anwender ihr Facebook-Freundesnetzwerk schnell und gezielt nach komplexen Zusammenhängen durchsuchen können.
„Die Frage, die unsere Nutzer am häufigsten stellen, ist: 'Wer ist diese Person?'“, kommentierte Zuckerberg seine Neuerung. Die Antwort darauf soll Graph Search künftig liefern und somit neben dem Newsfeed und der Timeline jeden Nutzers zur dritten Säule der Benutzeroberfläche im weltweit meistgenutzten sozialen Netzwerk werden. Mit ihr können die Anwender Facebooks Datenschatz nach Freunden, nach Orten, nach Präferenzen sowie nach Fotos und Bildinhalten durchsuchen.
Graph Search liefert komplexe Ergebnisse-Damit ist die neue Suche keineswegs die von den Analysten erwartete Konkurrenz zu Googles Websuche. Dennoch liefert Graph Search einzigartige Ergebnisse, da die Funktion für jede Anfrage die komplexen Beziehungen der Nutzer untereinander berücksichtigt.
So könnte die neue Suche Ergebnisse liefern, die im Alltag der Nutzer deutlich mehr relevante Informationen bedeuten als Anfragen via Google. Neben relativ einfachen Fragen wie „Welche meiner Freunde leben in Palo Alto und mögen die Serie 'Game of Thrones'“ soll Graph Search komplexe Aufgaben lösen, und etwa Restaurants in der Nähe nach Empfehlungen aus dem jeweiligen Freundeskreis filtern. Auch Bildersuchen in Facebooks Datenschatz von mittlerweile 240 Milliarden Nutzer-Bilduploads sollen so deutlich einfacher werden, etwa mit Filtern nach Ort oder Beziehung zum Fotografen.
Größte Herausforderung für die Programmierer ist dabei laut Zuckerberg, die jeweiligen Privatsphäre-Einstellungen aller Nutzer in dem Suchindex zu berücksichtigen. Auch per Suche im erweiterten Freundeskreis dürfen Nutzer nur diejenigen Inhalte sehen, die vom Urheber auch für diesen Zugriff freigegeben wurden. Sind Bilddateien etwa nur für direkte Freunde freigegeben, darf die Suche sie auch nur für direkte Freunde anzeigen. Mehr als zehn Prozent der gesamten Rechenleistung der Server in Facebooks Rechenzentren wird mittlerweile darauf verwendet, diese Zugriffsrechte zu verwalten, erklärte Zuckerberg.