Facebook-Konzern verdient mehr als eine Milliarde Dollar – pro Woche
Baku, 1. August, AZERTAC
Das Werbegeschäft des Facebook-Konzerns Meta läuft auf Hochtouren. Im vergangenen Quartal ist der Konzernumsatz im Jahresvergleich um 22 Prozent auf gut 39 Milliarden Dollar gestiegen, wie das Unternehmen mitteilt. Der Gewinn steigerte sich sogar um 73 Prozent auf knapp 13,5 Milliarden Dollar. Die Aktie stieg im nachbörslichen US-Handel um mehr als sieben Prozent.
Einen beträchtlichen Teil der Einnahmen will Gründer und Chef Mark Zuckerberg in die Entwicklung künstlicher Intelligenz stecken. Der Chatbot Meta AI sei auf dem Weg, bis Ende des Jahres zum meistgenutzten KI-Assistenten der Welt zu werden, sagt Zuckerberg.
Die Entwicklung kostet viel Geld. Die Ausgaben von Meta waren im vergangenen Quartal um sieben Prozent auf 24,22 Milliarden Dollar gestiegen. Für das gesamte Jahr rechnet Meta mit Kosten zwischen 37 und 40 Milliarden Dollar – und bereitet die Anleger darauf vor, dass sie 2025 noch »erheblich« wachsen werden.
Vor allem Rechenleistung zum Training von KI-Modellen ist teuer. Zuckerberg schätzt, dass das nächste hauseigene KI-Modell mit dem Namen Llama-4 rund zehnmal mehr Rechenleistung beim Training brauchen wird als die aktuelle Version.
Die künftigen Gewinne sollen aber auch gewaltig sein. Zuckerberg sprach von einer Zukunft, in der Fans von Influencern mit individualisierten KI-Chatbots sprechen können – und Werbekunden ihre Kampagnen auf Meta-Plattformen praktisch komplett in die Hand der Software legen.
Finanzchefin Susan Li betonte, dass die KI-Infrastruktur auch zur besseren Personalisierung der Videoauswahl für einzelne Nutzer eingesetzt werden könne. Das könnte zum Beispiel im Wettbewerb mit der Videoplattform TikTok helfen.
Noch aber ist die KI nicht zuverlässig. So musste der Meta-Konzern zuletzt einräumen, dass sein Chatbot im Gespräch mit einigen Nutzern das Attentat auf Ex-Präsident Donald Trump für eine Fiktion erklärt hatte.
Neben KI hat Meta noch eine weitere teure Zukunftswette laufen: die Sparte Reality Labs, in der Meta das Geschäft mit virtuellen Welten und Computerbrillen zusammenfasst. Der Bereich verbuchte einen operativen Verlust von knapp 4,9 Milliarden Dollar.
Insgesamt hat Meta bereits rund 50 Milliarden Dollar verbrannt. Dennoch blieb der Bereich bisher ein Nischengeschäft. Zuckerberg verweist auf die Popularität der gemeinsam mit Ray-Ban entwickelten Kamerabrille, die Metas KI wichtigen Kontext zur Umgebung von Nutzern geben könne. Damit sehe ein KI-Assistent das, was man selbst sehe, argumentiert er.