Fukushima-Strahlung ist viel höher als behauptet
Baku, den 28. Oktober (AZERTAG). Die Katastrophe passierte am 12. März 2011 um 15.36 Uhr. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kommt es an Block 1 zu einer Explosion, die Detonation zerreißt das Dach und den oberen Teil des Reaktorgebäudes. Der erste Schwall radioaktiver Partikel wird in die Luft geschossen, eine radioaktive Wolke steigt auf - es ist nicht die letzte. In den Tagen darauf folgen drei weitere Explosionen. Jedes Mal werden Abermillionen radioaktiver Partikel in die Luft geschleudert. Im Keller der Reaktoren entstehen Lecks, radioaktive Wasserbrühe gelangt ins Meer und in den Boden. Doch wieviel Strahlenmaterial ist seit dem Desaster insgesamt in die Umwelt gelangt?
Diese Frage erörtern Experten seit Beginn der atomaren Katastrophe, änderten und korrigierten ihre Schätzungen immer wieder. Jetzt liegt eine neue umfassende Studie eines internationalen Forscherteams vor. Das Ergebnis ist düster: In Folge des nuklearen Desasters soll zwei Mal mehr des gefährlichen Cäsium 137 in die Atmosphäre entwichen sein, als von den japanischen Behörden bisher geschätzt. Das entspreche 40 Prozent jener Menge Cäsium 137, die bei der Tschernobyl-Katastrophe freigesetzt worden war - und der zweitgrößten Freisetzung von Cäsium 137 in der Geschichte der Menschheit.
Welche Folgen das für die Bevölkerung haben könnte, lässt sich nur schwer abschätzen. Noch meiden Strahlenforscher konkrete Vorhersagen, wie hoch das zusätzliche Krebsrisiko für die Japaner sein könnte. Dafür müssen Experten noch herausfinden, wie hoch die tatsächliche Strahlenbelastung für die einzelnen Personen war und künftig sein wird. Dazu zählt nicht nur die Belastung durch radioaktive Partikel in der Luft - vor allem über kontaminierte Lebensmittel können die gefährlichen Cäsiumpartikel in den Körper gelangen und so zu einem erhöhten Krebsrisiko beitragen.