Gärtner findet Top-Manager tot im Park
Baku, den 21. Februar (AZERTAG). Es war vermutlich Selbstmord. Ein Top-Manager von Olympus ist tot in Neu Dehli entdeckt worden. Ein Gärtner fand den Indien-Chef der Medizintechnikabteilung erhängt an einer Mauer.
Ein hochrangiger Manager von Olympus ist tot. Tsutomi Omori, der Leiter der Medizintechnikabteilung in Indien, wurde aufgehängt an einer Mauer entdeckt. Ein Gärtner fand den 49-Jährigen in einem Park nahe eines Appartement-Komplexes in Gurgaon, unweit von Neu Dehli. Das berichten die japanische Nachrichtenagentur Kyodo und die „Times of India“.
Die Polizei vermutet, dass Omori sich selbst umgebracht hat. Sie fand zwei Nachrichten, die der Manager hinterlassen hatte. Eine sei für seine Familie bestimmt gewesen. In der anderen stand auf Japanisch: „Es tut mir leid, dass ich euch belästige.“
Es ist unklar, ob Omoris Tod mit dem milliardenschweren Bilanzskandal zusammenhängt, der den Konzern seit Monaten erschüttert. Das Management von Olympus hat zugegeben, mit Hilfe aufgeblähter Übernahmedeals über Jahre Verluste verschleiert zu haben. Insgesamt ging es um rund 1,38 Milliarden Euro.
Vergangene Woche hatten Ermittler den früheren Konzernchef Tsuyoshi Kikukawa sowie sechs weitere Personen festgenommen, darunter der frühere Vizepräsident Hisashi Mori und Buchprüfer Hideo Yamada. Sie stehen im Verdacht, in dem Skandal die Hauptrolle gespielt zu haben. Der langjährige Firmenpatriarch Kikukawa soll der zentrale Drahtzieher des Bilanzbetrugs sein. Olympus hat insgesamt 18 frühere und aktive Manager und Bilanzprüfer wegen des Betrugs auf Schadenersatz verklagt, darunter auch den amtierenden Chef Shuichi Takayama.
Ermittler in Japan, den USA und in Großbritannien prüfen zudem, ob es in der Affäre Verbindungen zum organisierten Verbrechen gibt. Eine unabhängige Prüfkommission hatte Spuren in Japans Unterwelt oder gar zur Yakuza nicht nachwesen können, schloss sie aber auch nicht vollständig aus. Ein Polizeibericht, aus dem die „New York Times“ vergangenen Dezember zitierte, äußert explizit den Verdacht, es gebe solche Verknüpfungen.