Googles Android-Chef hört auf
Baku, den 14. März (AZERTAG). Er war der Kopf hinter Googles Smartphone-Betriebssystem. Nun hört Android-Gründer Andy Rubin überraschend auf. Genaue Gründe für seinen Abgang nannte er nicht. Er will aber offenbar innerhalb des Konzerns weiterarbeiten.
Der Gründer des Smartphone-Betriebssystems Android, Andy Rubin, gibt seinen Posten bei Google auf. „Andy hat entschieden, dass es an der Zeit ist, die Zügel aus der Hand zu geben und ein neues Kapitel bei Google zu beginnen“, schrieb Konzernchef Larry Page am Mittwoch im Firmen-Blog. Zu den genauen Gründen des Wechsels sowie Rubins neuem Job schwieg sich Page indes aus.
Der ehemalige Apple-Entwickler Rubin hatte 2003 das Start-up Android gegründet, um ein offenes Betriebssystem für mobile Geräte auf die Beine zu stellen. Google übernahm die Firma im Jahr 2005 - und machte Rubin zum Verantwortlichen für die Unternehmenssparte. Unter seiner Führung stieg Android zum führenden Smartphone-System auf. Zuletzt lief es auf rund 70 Prozent der verkauften Geräte. Das iOS-System von Apples iPhones hält rund 20 Prozent des Marktes.
Nachfolger als Android-Chef wird Sundar Pichai, der sich bei Google bisher um den Chrome-Browser, das PC-Betriebssystem Chrome OS sowie die Büroanwendungen Google Apps kümmert. Er übernimmt den neuen Posten zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben. Es sei nicht leicht, in Andy Rubins Fußstapfen zu treten, schrieb Konzernchef Page. „Ich bin aber überzeugt, dass Sundar einen tollen Job machen wird.“
Apples Marketing-Chef lästert über Android-Handys - Nach Angaben von Page wurden bis dato mehr als 750 Millionen Android-Geräte aktiviert, neben Smartphones sind das auch Tablet-Computer. Das System treibt unter anderem die Galaxy-Geräte des weltgrößten Handy-Herstellers Samsung an. Der südkoreanische Konzern hat für den späten Donnerstag zu einer Produktvorstellung nach New York geladen. Experten rechnen damit, dass Samsung dort sein neues Smartphone-Modell Galaxy S4 zeigen wird, das als Konkurrenz zum iPhone 5 laufen soll.
Apple nimmt die Konkurrenz offenbar sehr ernst. Marketing-Chef Phil Schiller zog kurz vor der Präsentation des Samsung-Geräts vor die Presse, um für das iPhone zu werben - und über Android-Geräte zu lästern. Unter anderem sagte er dem „Wall Street Journal“, die Android-Modelle würden oft als „Gratis-Ersatz“ für einfache Handys verteilt.
Zuletzt schien die erfolgreiche Beziehung zwischen Google und Samsung angespannt. Auf der Mobilfunkmesse in Barcelona im Februar hatte Android-Chef Rubin den Elektronikkonzern vor dem Aufbau einer eigenen, isolierten Plattform gewarnt: „Und mein Rat ist: Bauen Sie keine Inseln, sie funktionieren nicht mehr. Sie müssen Ökosysteme aufbauen, die verschiedenen Herstellern offenstehen.“
Der Erfolg von Android genauso wie von Apples iPhone beruhen darauf, dass außenstehende Entwickler Zusatzprogramme anbieten können, die sogenannten Apps. Vor Android sei es extrem aufwendig gewesen, Dienste für mobile Geräte zu bauen, schrieb Google-Chef Page. „Wir hatten mehr als hundert Telefone in unserem Schrank und haben unsere Software so ziemlich für jedes Gerät einzeln entwickelt.“ Rubins offenes System habe dies verändert.