Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Hunderttausende sterben jedes Jahr an Malaria

Hunderttausende sterben jedes Jahr an Malaria

Baku, 20. November, AZERTAC 

219 Millionen Fälle, 435.000 Tote: Lange Zeit sank die Zahl der Malaria-Infektionen kontinuierlich, nun steigt sie wieder. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte im Jahr 2017 zum zweiten Mal in Folge mehr Malariafälle als im Vorjahr. Ohne einen stärkeren Einsatz drohten die Erfolge der vergangenen Jahre zunichte gemacht zu werden, warnte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag.

Es sei dringend nötig, die Mittel für den Kampf gegen Malaria aufzustocken. "Die Tatsache, dass alle zwei Minuten ein Kind an dieser vermeidbaren und heilbaren Krankheit stirbt, ist inakzeptabel."

"Massiver Weckruf" - Die Zahl der erfassten Malaria-Erkrankungen stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um gut zwei Millionen auf 219 Millionen Fälle, wie aus dem Welt-Malaria-Bericht der WHO hervorgeht. Gut 90 Prozent aller Erkrankungen gab es in Afrika. Die Zahl der Todesfälle fiel leicht von 451.000 im Jahr 2016 auf 435.000 im Jahr 2017. Unter den Opfern waren rund 266.000 Kleinkinder bis zu fünf Jahren.

Für die Zeit von 2010 bis 2015 hatte die WHO jedes Jahr gute Fortschritte im Kampf gegen Malaria vermeldet. Doch seit 2016 stiegen die Fallzahlen wieder an, insbesondere in den am meisten betroffenen afrikanischen Ländern wie Nigeria, Mosambik und dem Kongo.

Dies sei ein "massiver Weckruf", sagte Tedros. Die WHO kündigte eine Initiative an, um die am meisten betroffenen Länder gezielter zu unterstützen. Rund 70 Prozent aller Malaria-Fälle betreffen elf Länder: Nigeria, Kongo, Mosambik, Burkina Faso, Kamerun, Ghana, Mali, Niger, Uganda, Tansania und Indien.

Malaria wird durch Stiche von Anopheles-Mücken übertragen, die den Erreger in sich tragen. Sie stechen vor allem nachts zu. Die Erreger - sogenannte Plasmodien - gelangen in die Blutbahn und vermehren sich in der Leber. Die in Afrika verbreitete schwerste Form, die Malaria tropica, wird durch den Erreger Plasmodium falciparum ausgelöst. Malaria verursacht Fieber, Anämie und neurologische Probleme. Unbehandelt kann die Krankheit tödlich verlaufen.

Armut bleibt Hauptproblem - Trotz der hohen Malaria-Gefahr in den betroffenen Gebieten Afrikas schlief der WHO zufolge 2017 nur etwa die Hälfte der Bevölkerung unter einem mit Insektiziden behandelten Moskitonetz - was als wichtigste Schutzmaßnahme gegen Malaria gilt. Zudem hätten immer noch zu wenig Schwangere Zugang zu Prophylaxe-Medikamenten.

Die internationalen Ausgaben zur Eindämmung von Malaria lagen der WHO zufolge 2017 bei etwa 3,1 Milliarden US-Dollar. Um das Ziel zu erreichen, die Zahl der Malaria-Erkrankungen und Todesfälle bis 2030 um 90 Prozent zu reduzieren, seien mindestens 6,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr nötig, so die WHO.

Wenn die betroffenen Länder und die internationale Gemeinschaft ihre Bemühungen verstärkten, könne Malaria besiegt werden, so Tedros. "Ich bin zuversichtlich, dass wir den Kampf gegen diese jahrhundertealte Krankheit gewinnen werden und zurück zu unserer gemeinsamen Vision kommen: eine Welt ohne Malaria."

Diese Länder machen Fortschritte - Einige Länder haben der WHO zufolge 2017 gute Fortschritte bei der Bekämpfung von Malaria gemacht. In Äthiopien, Ruanda, Indien und Pakistan etwa sei die Zahl der Erkrankungen deutlich zurückgegangen. Das liegt daran, dass die Länder in den vergangenen Jahren gezielt Schutzmaßnahmen ergriffen haben. In indischen Großstädten wie Kalkutta versprühen Behörden beispielsweise Gase, die die Mücken abtöten. Dadurch sinkt das Risiko für eine Infektion erheblich.

Den größten Anstieg dagegen verzeichnete Nigeria mit etwa 1,3 Millionen zusätzlichen Fällen. Der westafrikanische Staat verzeichnet die meisten Malaria-Erkrankungen weltweit, gefolgt vom Kongo. Die Bekämpfung der Krankheit gestaltet sich in diesen Ländern wegen großer Armut, einem desolaten Gesundheitssystem und schlechter Infrastruktur besonders schwierig.

Bislang gibt es keine flächendeckende Impfung gegen Malaria. Es gibt Prophylaxe-Medikamente, die oft von Reisenden genommen werden. Auch sie bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Die beste Prävention ist der Schutz vor Mückenstichen. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung lebt der WHO zufolge in Malaria-Risikogebieten. Im wohlhabenderen Asien und in Lateinamerika sind Prophylaxe und ärztliche Behandlung dabei deutlich besser als in Afrika.

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