Hunderttausende Syrer fordern Assad heraus
Baku, den 30. Dezember (AZERTAG). Die syrischen Regime-Gegner haben zum Protest aufgerufen - und das Volk folgt ihnen in Massen: Mehrere hunderttausend Menschen demonstrieren nach Angaben der syrischen Opposition an diesem Freitag im ganzen Land gegen die Führung von Diktator Baschar al-Assad. Allein in der Widerstandshochburg Idlib im Nordwesten des Landes seien nach den Freitagsgebeten 250.000 Menschen aus der Stadt und dem Umland durch die Straßen gezogen, teilten Menschenrechtsgruppen mit.
Auch in Hama im Zentrum Syriens und in Duma, einem Vorort der Hauptstadt Damaskus, demonstrieren nach Angaben von Oppositionellen Zehntausende Menschen. Der Fernsehsender al-Dschasira strahlte Live-Aufnahmen aus, die nach seiner Darstellung Zehntausende Demonstranten in Hama zeigten.
Bei YouTube tauchen immer mehr Videos auf, die Demonstranten in verschiedenen Städten in Syrien zeigen sollen. Es ist fast immer die gleiche Szenerie: Menschen skandieren rhythmisch Parolen, oftmals untermalt von Trommelklängen. Viele Menschen haben Kinder bei sich.
Laut den ausländischen Massenmedien unterscheide sich dieser Freitag von jedem anderen Freitag. Die Menschen wollen unbedingt die Internationalen Beobachter erreichen. Sie wollen ihnen von ihrem Leid berichten.“ In einem Vorort von Damaskus tragen Demonstranten dem Bericht zufolge Transparente mit der Aufschrift: „Die Beobachter sind Zeugen, die überhaupt nichts sehen.“ Die Menschen skandieren demnach Parolen gegen das Regime. „Bashar, wir wollen dich nicht“ und „Syrer, hebt eure Hände“.
Nach Angaben von Beobachtern bewarfen Demonstranten in Duma die Soldaten mit Steinen. Mindestens 24 Menschen seien verletzt worden. Die Soldaten hätten Tränengas in die Menge geschossen, um sie auseinanderzutreiben. Bei al-Dschasira berichten Augenzeugen, dass Soldaten auf Demonstranten geschossen hätten, die sich in eine Moschee geflüchtet hatten. Aktivisten berichten aus den Protest-Hochburgen Homs und Daraa, dass dort bereits neun Menschen getötet worden seien.
Einen schweren Vorwurf erhebt die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Demnach sollen die Schergen des Regimes in Duma neben Tränengas und Blendgranaten auch Nagelbomben eingesetzt haben, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Syrien hat ausländischen Journalisten die Berichterstattung verboten. Daher kann der Wahrheitsgehalt solcher Berichte kaum überprüft werden.