Indien: Mehr als 140 Menschen bei Einsturz einer Fußgängerbrücke ums Leben gekommen
Baku, 31. Oktober, AZERTAC
Videos örtlicher Medien zeigen Menschen, die sich verzweifelt an Trümmerteile klammern oder versuchen, im Dunkeln an Land zu schwimmen. Bei dem Zusammenbruch einer Fußgängerbrücke im Westen Indiens sind mindestens 141 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten dieser Todesopfer seien ertrunken, sagte ein Vertreter der örtlichen Behörden in der Nacht zum Montag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP.
Die Brücke in Morbi im Bundesstaat Gujarat war am Sonntag eingestürzt, als sich eine Menschenmenge zu religiösen Ritualen auf ihr versammelt hatte. Mehr als 170 weitere Menschen seien nach dem Unglück lebend geborgen worden, teilte der Polizeichef von Morbi mit. Einige Personen werden noch vermisst.
Die aus der britischen Kolonialzeit stammende, 233 Meter lange und 1,50 Meter breite Hängebrücke über den Fluss Machchhu war nach siebenmonatigen Reparaturarbeiten erst am Mittwoch wieder geöffnet worden. Der Sender NDTV berichtete, die Brücke habe kein Sicherheitszertifikat gehabt. Die Regierung des Bundesstaats Gujarat bezeichnet sie auf ihrer Website als “um die Jahrhundertwende erbautes Wunderwerk der Technik“.
Nach Behördenangaben gaben Tragekabel der Brücke nach, als sich rund 500 Menschen zu religiösen Ritualen auf oder nahe der Brücke befanden.
“Die Menschen fielen übereinander, nachdem die Brücke einstürzte“, sagte ein Augenzeuge lokalen Medien. Die Leute seien wegen Ritualen für das Diwali-Fest auf die Brücke geströmt. “Viele Kinder und Frauen waren unter den Opfern“, fügte der Zeuge hinzu.
Regierungschef verspricht schnelle Hilfe - Die Behörden leiteten am Sonntag eine Rettungsaktion ein, bei der Taucher und Boote eingesetzt wurden, um bis spät in die Nacht nach Vermissten zu suchen. Dutzende Soldaten der indischen Armee und Marine wurden zum Einsatz gerufen. Auch planten die Behörden, die Wasserzufuhr aus dem nahe gelegenen Rückhaltedamm zu stoppen und Wasser aus dem Fluss abzupumpen, um die Suche zu beschleunigen.
Der indische Regierungschef Narendra Modi, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf einer Reise durch seinen Heimatstaat Gujarat befand, habe sich um “die akute Mobilisierung von Rettungsmannschaften bemüht“, schrieb sein Büro auf Twitter. Demnach kündigte Modi Entschädigungen für die Hinterbliebenen der Todesopfer sowie für die Verletzten an. Die Betroffenen sollten “jede mögliche Hilfe“ erhalten, hieß es.
Unglücke aufgrund alter und schlecht gewarteter Infrastruktur sind häufig in Indien. Beim Einsturz einer Hochstraße kamen 2016 in Kalkutta 26 Menschen ums Leben. 2011 starben mindestens 32 Menschen im Nordosten des Landes, als ein Feiertagsgedränge eine Brücke zum Einsturz brachte.