Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Infektionen mit dem Zika-Virus nehmen auch in Kolumbien stark zu

Infektionen mit dem Zika-Virus nehmen auch in Kolumbien stark zu

Baku, 22. Januar, AZERTAC 

Es steht unter Verdacht, für Fehlbildungen und Todesfälle bei Neugeborenen verantwortlich zu sein: Nach Brasilien nehmen Infektionen mit dem Zika-Virus auch in Kolumbien stark zu. Jetzt melden zudem die USA die ersten Fälle.

Das von Mücken übertragene Zika-Virus in Südamerika breitet sich weiter aus. Allein Kolumbien rechnet für dieses Jahr mit mindestens 600.000 Infektionen. Die Krankheit ist vor allem für Schwangere gefährlich und steht im Verdacht, bei Ungeborenen Mikrozephalie auszulösen. Dabei kommen die Kinder mit einem zu kleinen Kopf auf die Welt - das ist häufig mit Entwicklungsstörungen verbunden.

Kolumbien sei nach Brasilien das von dem Virus am stärksten betroffene Land in Lateinamerika, sagte der kolumbianische Gesundheitsminister Alejandro Gaviria in Bogotá. "Wir erwarten eine ähnliche Entwicklung wie beim Chikungunya-Virusim vergangenen Jahr - mit zwischen 600.000 und 700.000 Fällen." In Kolumbien gibt es laut den Gesundheitsbehörden 10.837 bestätigte Zika-Kranke sowie knapp 2000 Verdachtsfälle. Bei 459 der bestätigten und 101 der Verdachtsfälle handelt es sich um Schwangere.

Bislang wurden in Kolumbien 106 Kinder geboren, deren Mutter während der Schwangerschaft mit Zika infiziert wurden. 30 von ihnen trugen neurologische Schäden davon. "Wir können mit 450 bis 600 Fällen von Mikrozephalie bei Kindern in Kolumbien rechnen, wenn sich die Lage wie in Brasilien entwickelt", erklärte Vize-Gesundheitsminister Fernando Ruiz. Die kolumbianische Regierung riet daher bereits allen Frauen, in den kommenden Monaten auf gewollte Schwangerschaften zu verzichten.

In Brasilien wurden bisher 3893 Fälle (Stand 16. Januar) von Babys oder Föten mit Mikrozephalie, einem zu kleinen Kopf, registriert - laut dem Gesundheitsministerium waren es zehn Tage zuvor nur 3530. Davon starben 49 Kinder. Einige der Krankheitsverläufe wurden bislang analysiert, in allen Fällen hatten sich die Mütter während der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infiziert.

Zika in den USA - Wegen der Ausbreitung des Virus hatten die USA am Freitag allen Schwangeren von Reisen in die betroffenen Länder abgeraten. Knapp eine Woche später kann aber auch das keinen sicheren Schutz mehr bieten. Das Virus hat das Land bereits erreicht, wie am Donnerstag bekannt wurde.

In den gesamten Vereinigten Staaten sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC etwa ein Dutzend Menschen infiziert. Alle hätten sich im Ausland angesteckt. Im US-Bundesstaat Florida etwa gibt es drei Fälle, teilte das örtliche Gesundheitsamt mit. Zwei Infizierte hätten im Dezember Kolumbien besucht, ein weiterer Patient Venezuela. Ob Schwangere unter den Betroffenen sind, ist unklar.

In Süd- und Mittelamerika sind mittlerweile 20 Länder von dem Virus-Ausbruch betroffen. Jamaikas Gesundheitsminister hatte kürzlich Frauen dazu geraten, ihre Schwangerschaftspläne um sechs bis zwölf Monate aufzuschieben. In Deutschland warnt das Auswärtige Amt in den aktuellen Sicherheitshinweisen zu Brasilien: "Schwangere sollten generell von vermeidbaren Reisen in Zika-Endemie-Gebiete absehen."

Das von Mücken übertragene Virus verursacht Fieber, Ausschlag, Gelenkschmerzen und Bindehautentzündungen. Auch wenn der endgültige Beleg noch fehlt, wachsen durch die steigenden Krankheitszahlen die Hinweise darauf, dass Zika Mikroenzephalie verursacht. Bei der eigentlich sehr seltenen Fehlbildung entwickelt sich das Gehirn des Embryos im Mutterleib nicht richtig, die betroffenen Kinder kommen mit einem zu kleinen Kopf zur Welt.

Bislang gibt es weder eine Impfung gegen Zika, noch lässt es sich mit Medikamenten behandeln. Die beste Maßnahme ist, Mückenstiche durch Moskitonetze, Sprays und lange Kleidung so gut wie möglich zu verhindern. Das schützt auch vor anderen Infektionen, etwa dem in Brasilien weitverbreiteten und von Mücken übertragenen Dengue-Fieber.

Das Zika-Virus stammt ursprünglich aus Uganda, dort wurde es vor knapp 40 Jahren das erste Mal beschrieben. Einige Experten vermuten, dass die Fußball-WM 2014 den Erreger nach Lateinamerika gebracht hat. Auch Brasiliens Nachbarland Kolumbien meldete mehr als 11.000 Zika-Infektionen seit Oktober, darunter mindestens 459 bei Schwangeren.

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