Japan erstickt im Atommüll aus Fukushima
Baku, den 7. März (AZERTAG). Zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe leidet das Land noch immer unter den Folgen des GAU. Hunderttausende Müllsäcke mit strahlendem Abfall lagern auf Feldern, in Gärten und sogar auf Schulhöfen.
Am 11. März 2011 begann für Japan ein Albtraum. Ein Seebeben der Stärke 9 erschütterte Honshu, löste einen Tsunami aus, der bis zu zehn Kilometer tief ins Landesinnere eindrang und sich in manchen Buchten hochhaushoch auftürmte. 20.000 Menschen starben. Hunderttausende wurden obdachlos.
Die Naturkatastrophe zerstörte auch wichtige Teile des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi. In drei Reaktoren kam es zu Kernschmelzen, in zweien zu Explosionen. Die Hülle eines vierten Blocks, in dem ein bis zum letzten Platz gefülltes Brennelementbecken außer Kontrolle geriet, flog in die Luft.
In den Stunden und Tagen nach dem Unfall evakuierten die Behörden Menschen im Umkreis von bis zu 30 Kilometern, und in den Wochen und Monaten danach mussten auch noch die Bewohner einiger weiter entfernter Dörfer und Kleinstädte gehen. Schließlich suchten 210.000 Evakuierte in Flüchtlingslagern und bei Verwandten Zuflucht.
GAU durch menschliches Versagen - Auslöser dieses zweiten GAUs in der zivilen Geschichte der Kernenergie war eine Naturkatastrophe. Die Ursache, so stellten es im Sommer 2012 zwei japanische Untersuchungskommissionen fest, ging tiefer, war „menschliches Versagen“. So hätten Betreiber und Aufsichtsbehörden wissentlich Risiken missachtet.
Betreiber Tepco gab zu, die Sicherheit der alten Anlagen „sehenden Auges“ nicht verbessert zu haben, um jeden Zweifel am Mythos von der absoluten Sicherheit ihrer Kernkraftwerke zu unterbinden. Die Manager fürchteten ein Erstarken der Anti-AKW-Bewegung.
Und so sind seit zwei Jahren inzwischen Zehntausende von Menschen damit beschäftigt, die Katastrophe einzudämmen. Anders als in Tschernobyl, wo lediglich ein Reaktor explodierte, stehen am Ufer des Pazifiks gleich vier Havaristen nebeneinander.
Das erschwert die Arbeiten. Immerhin ist Block 1 seit einiger Zeit von einer luftdichten, festen Hülle umgeben, damit keine Radioaktivität mehr nach außen dringt. Diese sogenannte Einhausung besteht aus einer Stahlkonstruktion, auf die dann vorgefertigten Kunststoffelemente montiert werden.