Klimaaktivisten legen Flugverkehr in Frankfurt lahm
Baku, 25. Juli, AZERTAC
Wegen einer Aktion von Klimaaktivisten musste der Flugverkehr am Frankfurter Flughafen am Morgen vorübergehend eingestellt werden. Das teilte ein Sprecher der Bundespolizei mit. Mehrere Demonstranten waren auf das Gelände des Flughafens eingedrungen und hatten sich festgeklebt.
Rund zwei Stunden nach der Störaktion wurde der Flugverkehr teilweise wieder aufgenommen. Starts und Landungen fänden wieder statt, sagte ein Flughafen-Sprecher. Allerdings würden noch nicht alle Start- und Landebahnen vollständig genutzt.
Auf seiner Website bat der Fraport Fluggäste, den Status ihrer Flüge vorab auf den Internetseiten der Fluggesellschaften zu prüfen.
Erst wenige Stunden zuvor hatten Aktivisten den Flughafen Köln/Bonn lahmgelegt. Fünf Personen waren am frühen Mittwochmorgen auf das Gelände eingedrungen und hatten sich festgeklebt. Es sei Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und Hausfriedensbruchs aufgenommen worden, hatte eine Polizeisprecherin gesagt.
Nun schafften das die Aktivisten der Letzten Generation auch am Frankfurter Flughafen. Auf der Plattform X posteten sie Fotos von sich in orangen Warnwesten auf dem Rollfeld. Dazu trugen sie Banner mit dem Spruch: „Öl tötet!“
Auch ihre Forderung teilten sie mit: „Die weitere Förderung und Verbrennung von Öl, Gas und Kohle ist eine Bedrohung unserer Existenz“, hieß es von den Aktivisten auf X. „Wir haben uns international zusammengeschlossen: Raus aus den Fossilen bis 2030!“
Man habe sich mit sechs Demonstranten Zugang zu den Start- und Landebahnen verschafft, hieß es von der Gruppe. Ein Polizeisprecher bestätigte der „Hessenschau“ die Anzahl der Aktivisten.
Wie die Nachrichtenseite weiter berichtet, seien die Demonstranten mit Kneifzangen durch den Maschendrahtzaun auf das Flughafengelände vorgedrungen. Zu Fuß, mit Fahrrädern und Skateboards seien sie dann zu den Start- und Landebahnen gelangt. Einsatzkräfte von Polizei und Bundespolizei versuchten demnach nun, die Aktivisten zu »entfernen«.
Die Bundespolizei hat inzwischen acht Menschen festgesetzt. Während ein Mensch am Zaun hängengeblieben war, konnten sieben Personen am frühen Morgen in den Sicherheitsbereich vordringen und sich an den Köpfen der beiden zentralen Start- und Landebahnen festkleben, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa zufolge berichtete.
Im Mai hatten Aktivisten der Letzten Generation zu Ferienbeginn auch den Flughafen in München blockiert. Am Wochenende beginnen in Bayern und Baden-Württemberg die Sommerferien.
Ähnliche Proteste gab es am Mittwoch auch am Londoner Flughafen Heathrow, wo neun Aktivisten der Gruppe »Just Stop Oil« festgenommen wurden. In Norwegen kam es zu einer Blockade am Osloer Flughafen durch zwölf Aktivisten. Auch aus Spanien und Finnland wurden ähnliche Vorfälle gemeldet.