Marokkos König Mohammed begnadigt fast 2500 Gefangene
Baku, 30. Juli, AZERTAC
Marokkos König Mohammed hat einem Insider zufolge die Freilassung von 2476 Inhaftierten angeordnet, darunter auch drei bekannten Journalisten. Es handele sich um eine humane Geste zum 25. Jahrestag der Herrschaft des Königs, sagte eine Person aus dem Umfeld der Regierung.
Unter den Begnadigten sind den Angaben zufolge Taoufik Bouachrine, Omar Radi und Soulaimane Raisouni. Die drei Journalisten hatten sich kritisch über die Politik in Marokko geäußert und waren wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe verurteilt worden. Menschenrechtler hatten die Verfahren als politisch motiviert bezeichnet. Boachrine war 2018 zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden, Radi 2021 zu sechs Jahren und Raisouni ebenfalls 2021 zu fünf Jahren.
Eingeschränkte Pressefreiheit, Gerichtsverfahren gegen Kritiker - Der König begnadigte zudem 16 Häftlinge, die wegen Extremismus und Terrorismus verurteilt worden waren. Sie hätten inzwischen aber »ihre Positionen überdacht«, teilte das marokkanische Justizministerium mit. Die marokkanische Verfassung gibt dem König das Recht, Strafen zu erlassen oder abzumildern. Eine Entscheidung, die in der Regel an nationalen Feiertagen getroffen wird.
Marokko, offiziell Königreich Marokko, ist ein Staat im Nordwesten Afrikas. Seit 1956 ist er unabhängig und laut seiner Verfassung von 1992 eine konstitutionelle Monarchie. Trotz leichter Fortschritte im Bereich der Menschen- und Bürgerrechte in den Zehnerjahren regiert der König das Land weiterhin autoritär. Insbesondere die Meinungsfreiheit ist bis heute stark eingeschränkt.
Seit Jahren wird gegen Kritiker des Königs und der Regierung vorgegangen. Die Pressefreiheit wurde eingeschränkt. Kritische Journalisten landen oft wegen falscher Vorwürfe vor Gericht, beklagen Menschenrechtsorganisationen und unabhängige Medienvertreter. Um Journalisten auszuspionieren, nutzt Marokko unter anderem die umstrittene Software Pegasus aus Israel.