Nordkorea stoppt Atomprogramm Kim Jong Uns Geschenke fürs Volk
Baku, den 1. März (AZERTAG). Nordkorea will überraschend alle Nukleartests stoppen. Was steckt hinter dem offensichtlichen Kurswechsel des Regimes in Pjöngjang? Selbst China reagiert mit Vorsicht auf den Vorstoß des neuen Führers Kim Jong Un.
Es war bitter kalt und dunkel in den vergangenen Tagen in Nordkorea. Es wurde selten geheizt, der Strom fiel sogar in der Hauptstadt Pjöngjang oft aus, wie Anwohner berichteten. Nun steigen die Temperaturen wieder, die Untertanen müssen schon bald nicht mehr frieren.
Und einige von ihnen werden, mit ein wenig Glück, mehr zu essen bekommen. 240.000 Tonnen proteinhaltige Kekse und Vitamine werden die USA an das ausgepowerte Land liefern. Vor allem Kinder und stillende Mütter sollen die Empfänger sein. Diese „Ernährungshilfe“ ist Teil eines Handels, den Amerikaner und Nordkoreaner am Mittwoch bekanntgaben.
Die nordkoreanische Führung unter ihrem neuen Regenten Kim Jong Un erklärte sich im Gegenzug dazu bereit,
-ihr Programm zur Urananreicherung „zeitweise“ einzustellen,
-die 2009 hinausgeworfenen Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder ins Land zu lassen und
-vorerst keine Atombomben mehr zu testen und Langstreckenraketen abzufeuern.
Damit scheint sich die politische Lage auf der koreanischen Halbinsel nach monatelangen Spannungen zu beruhigen, manche Experten sprechen gar von einem „Durchbruch“ in den Beziehungen zwischen Pjöngjang und Washington. Fest steht. Die Nordkoreaner haben im langen Hin und Her um ihr Atomprogramm dieses Mal mehr Zugeständnisse gemacht als die Amerikaner. Ursprünglich hatten sie 300.000 Tonnen Nahrungsmittel verlangt, nun gaben sie sich mit 60.000 Tonnen weniger zufrieden.