Ölpreise zeigen sich uneinheitlich
Baku, 21. April, AZERTAC
Die Ölpreise zeigen sich volatil, wie die Nachrichtenagentur AZERTAC berichtet.
Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 25,44 US-Dollar. Das waren 13 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel an der Rohstoffbörse in New York zwischenzeitlich in den negativen Bereich und wurde für 1,60 Dollar zum Verkauf angeboten.
Der US-Rohölpreis ist am Montag vollständig eingebrochen. Der Preis für ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel am Montagabend an der Rohstoffbörse in New York zwischenzeitlich in den negativen Bereich.
Grund für den Preisverfall ist ein beispielloser Käuferstreik an der US-Rohstoffbörse Nymex. Dort werden sogenannte Futures gehandelt - also Terminkontrakte auf Rohöllieferungen. Der Preis pro Barrel der Sorte WTI zum nächsten Liefertermin im Mai ist gleichzeitig der wichtigste Referenzpreis am US-Ölmarkt.
Normalerweise können sich die Finanzinvestoren darauf verlassen, den Future kurz vor dem tatsächlichen Liefertermin zu verkaufen und durch einen Terminkontrakt mit dem Liefertermin einen Monat später zu ersetzen. So können sie ihre Lieferverpflichtung jeden Monat weiter in die Zukunft schieben. Doch genau das ist in diesem Monat schiefgegangen. Es waren extrem viele Finanzanleger am in den Mai-Future investiert, die alle noch heute den Kontrakt verkaufen mussten, um nicht zur physischen Abnahme des Öls verpflichtet zu sein.
Gleichzeitig fanden sich jedoch keine Käufer für die Papiere. Denn die Öllager in Cushin, Oklahoma sind vollständig ausgebucht. Es ist daher praktisch unmöglich der Lieferverpflichtung nachzukommen. Der Preis für das Wertpapier sank daher nahe null Dollar. Unterm Strich steht ein Totalverlust für zahlreiche Finanzinvestoren.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die Ölpreise tatsächlich null Dollar betragen. Der Terminkontrakt für WTI-Öl zur Lieferung im Juni, der ab Mittwoch der Referenzpreis für US-Öl wird, notiert aktuell bei rund 21 Dollar pro Fass. Er geriet jedoch im Zuge der Kernschmelze im Mai-Kontrakt ebenfalls stark unter Druck. Der Preis für die Nordseesorte Brent, bei dem schon seit einigen Tagen der Juni-Kontrakt gilt, notierte neun Prozent im Minus bei knapp 26 Dollar pro Fass.