OpenAI stellt neue ChatGPT-Version vor
Baku, 8. August, AZERTAC
OpenAI hat am Donnerstagabend die neue Version seiner künstlichen Intelligenz GPT-5 veröffentlicht. Die KI sei nicht weniger als das „schlaueste, schnellste und praktischste“ Modell, das man je entwickelt habe, teilte das Unternehmen mit. Nutzerinnen und Nutzer des KI-Chatbots ChatGPT können das Modell ab sofort verwenden, wobei zahlende Kunden deutlich mehr Optionen bekommen und etwa mehr Fragen stellen dürfen.
OpenAI-Chef Sam Altman trommelt schon seit Wochen für GPT-5. In einem Podcast sprach er davon, wie das Modell Aufgaben ohne Probleme erledigt habe, an denen er selbst gescheitert sei. Und mit Postings für seine Millionen Social-Media-Follower gab er erste Einblicke in besonders alltagstaugliche Antworten des Chatbots. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an GPT-5 in der Techbranche.
Hier sind einige der angekündigten Neuerungen im Überblick: ChatGPT kann nun auf Nachfrage in vier verschiedenen Persönlichkeiten mit Nutzerinnen und Nutzern reden: Nutzer können zwischen Zyniker, Roboter, Zuhörer und Nerd wählen oder bei der neutralen, bisher bekannten ChatGPT bleiben. Was wie eine Spielerei wirkt, könnte ein Schritt in Richtung stärker personalisierter Versionen des Chatbots sein.
Nutzer sollen externe Konten bei Diensten wie Gmail oder ihren Google-Kalender einfacher mit ChatGPT verbinden können, und die KI soll automatisch erkennen, wann E-Mails oder Kalendereinträge für sie relevant sind.
GPT-5 soll weniger halluzinieren und genauere Antworten als bisherige sogenannte Reasoning-Modelle liefern.
Die Sprachfunktion soll deutlich besser auf die Anweisungen von Nutzern hören und sich an sie anpassen.
Das Modell soll das “beste aller Zeiten für Programmierer“ sein und bei entsprechenden Tests sehr gut abgeschnitten haben.
Die Stimme, mit der ChatGPT Fragen beantwortet und mit Nutzern interagiert, ist deutlich verbessert worden und kann besser Unterhaltungen mit Nutzern führen. Um etwa beim Lernen von Fremdsprachen zu helfen, kann die Stimme auf Nachfrage langsamer und deutlicher einzelne Worte aussprechen.
Chats können in unterschiedlichen, von Nutzern ausgewählten Farben dargestellt werden.
Wirklich ein „iPhone-Moment“? - Am Mittwoch, 24 Stunden vor der Veröffentlichung von ChatGPT-5, sitzt Sam Altman in einem Konferenzraum in San Francisco und spricht über seine Schöpfung. GPT-5 sei das menschlichste KI-Sprachmodell, welches seine Firma hervorgebracht habe. „Es fühlt sich wirklich an, als unterhalte man sich mit einem Experten“, sagt Altman.
Besonders beim Programmieren von Computercode könne die KI inzwischen binnen Minuten Arbeiten erledigen, für die erfahrene Programmierer Stunden oder Tage bräuchten. Niemand, das ist seine Botschaft an diesem Tag, müsse fortan noch coden können, um Websites oder simple Computerspiele zu erschaffen.
GPT-5 sei ein »riesiger Schritt nach vorn«, sagt Altman, während er sich in blauem Pulli und Jeans in einem Stuhl lümmelt. Es ginge in Richtung menschenähnlicher „allgemeiner künstlicher Intelligenz, auch wenn ich diesen Begriff hasse“. Etwas völlig Neues, nie Dagewesenes komme da in die Welt, so beschwört es Altman.
Die Vorstellung von GPT-5 fühle sich an „wie der iPhone-Moment“, sagt Altman gar.
Es ist die wohl größte Metapher, mit der ein Tech-Manager aus dem Silicon Valley seine Ware anpreisen kann. Als Steve Jobs 2007 das iPhone vorstellte, gelang ihm eine technische Innovation, die den Alltag der Menschen von Grund auf veränderte. Und es gelang ihm, seinem Konzern auf viele Jahre eine Vormachtstellung auf einem entstehenden Markt zu sichern. Ein Ziel, das auch Altman verfolgen dürfte – wobei er die Konkurrenz von Firmen wie Google oder Anthropic, die ebenfalls neue Modelle angekündigt haben, nur schwerlich wird abschütteln können.