Pakistan ruft Taliban zu Verhandlungen mit Kabul auf
Baku, den 24. Februar (AZERTAG). Appell von Pakistans Ministerpräsident Gilani. Er hat erstmals offiziell die Taliban und andere militante Gruppen zu Verhandlungen mit der afghanischen Regierung aufgefordert. Die Unterstützung aus Islamabad gilt als entscheidend für den Erfolg der Friedensgespräche.
Es ist die erste offizielle Aufruf der pakistanischen Regierung, mit dem sie die Friedensverhandlungen im Nachbarland Afghanistan unterstützt werden. Der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani hat die Taliban und andere militante Gruppierungen zur Teilnahme an Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung aufgefordert.
Die Unterstützung von Friedensgesprächen durch die Regierung in Islamabad gilt wegen ihrer engen historischen Beziehungen zu den Taliban als entscheidend. Ein Großteil der Führung der Taliban wird in Pakistan vermutet. Kabul erhofft sich von der Hilfe des Nachbarlandes Zugang zu den Führern des Terrornetzwerks.
Die hatten bisher erklärt, sie wollten nicht mit der afghanischen Regierung, sondern mit den US-Amerikanern verhandeln. Gilani sagte, sein Land sei bereit, alles zu tun, was nötig sei für den Aussöhungsprozess in Afghanistan.
Unterdessen gab es wieder einen Anschlag auf die Sicherheitskräfte in Pakistan - dieses Mal auf eine große Polizeiwache in Peshawar. Bei dem Anschlag wurden vier Polizisten getötet und mindestens vier weitere verletzt. Drei mit Sturmgewehren und Granaten bewaffnete Selbstmordattentäter seien am Morgen in die Station eingedrungen, sagte Polizeichef Imtiaz Altaf. Als die Beamten das Feuer erwidert hätten, sprengten sich die Angreifer in die Luft. Zum Zeitpunkt des Attentats waren nach Behördenangaben mehr als 370 Polizisten auf der Wache.
Die Behörden vermuteten hinter dem Anschlag eine Vergeltungsaktion der pakistanischen Taliban für militärische Offensiven in der Region.