Pakistan testet erstmals künstlichen Regen
Baku, 18. Dezember, AZERTAC
Angesichts dramatischer Luftverschmutzung hat Pakistan erstmals künstlichen Regen in einer Millionenmetropole getestet.
Der Oberste Minister der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab, Mohsin Naqvi, berichtete am Samstag über das Experiment in der Stadt Lahore »Wir beobachten die Auswirkungen des künstlichen Regens«, sagte Naqvi während einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Lahore verzeichnete am Samstag laut einem Ranking des Schweizer Umweltunternehmens IQAir die schlechteste Luftqualität unter sämtlichen Metropolen der Welt.
Dem Minister zufolge wurde das Experiment mithilfe der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate ermöglicht. Ein Expertenteam sei dafür seit zwei Wochen in der Stadt. Der künstliche Regen wurde demnach mit dem als »Wolkenimpfen« bekannten Verfahren eingeleitet. Dabei wird in Wolken Silberjodid, ein gelbliches Salz, in einer Verbindung mit Aceton verbrannt, um die Bildung von Regentropfen zu fördern. Die Hoffnung ist, dass dadurch auch der hartnäckige Smog geringer wird.
Bewohner von Lahore leiden seit Wochen unter der schlechten Luftqualität in der Millionenmetropole. Die Provinzregierung reagierte unter anderem mit Schulschließungen. Die pakistanischen Behörden sehen unter anderem die Industrie, den Verkehr und Müllverbrennung als größte Ursachen für die Luftverschmutzung.
Im Nachbarland Iran warnten die Behörden unterdessen vor starker Luftverschmutzung in weiten Landesteilen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna sind neben der Hauptstadt Teheran auch andere Großstädte wie Isfahan, Ahwas und Maschhad von Smog betroffen.