Philips-Chef zieht knallharte Sanierung durch
Baku, den 17. Oktober (AZERTAG). Dem Sparkurs beim niederländischen Elektrokonzern fallen weltweit 4500 Stellen zum Opfer. Philips-Chef van Houten nennt den Schritt „bedauerlich“.
Der niederländische Elektronikkonzern Philips dämpft Hoffnungen auf einen schnellen Erfolg der laufenden Sanierungsbemühungen. „Wir sind, angesichts ökonomischen Unsicherheiten, vor allem in Europa, und den operativen Risiken nicht mit unserer finanziellen Entwicklung zufrieden. Wir werden auf kurze Sicht keine materiale Verbesserung sehen“, sagt Konzernchef Frans van Houten bei der Präsentation des Konzernergebnisses in Amsterdam.
Mit der Warnung dürfte van Houten die Konzernmitarbeiter auf einen harten Sparkurs einstimmen wollen. Der Manager hat erst Mitte September ein Sparprogramm kräftig um 300 Mio. Euro auf 800 Mio. Euro aufgestockt. Jetzt ist klar, dass der überwiegende Teil dieser Summe durch einen Stellenabbau finanziert werden soll. 4500 Stellen sind betroffen, erklärte van Hauten. Den Rest sollen unter anderem Kürzungen bei der Computertechnik sowie im Immobilienmanagement bringen. Das Sparprogramm soll 2014 abgeschlossen sein.
Die Stellenstreichungen bezeichnet von Hauten als einen „bedauerlichen, aber unvermeidlichen Schritt. Etwa 1400 Jobs sollen in den Niederlanden gekürzt werden. Dem niederländischen Gewerkschaftsbund FNV zufolge macht das in etwa ein Zehntel des dortigen Personalbestands aus. Wie der Stellenabbau andere Philips-Standorte treffen wird blieb zunächst unklar. Weitere Kürzungen scheinen nicht ausgeschlossen zu sein. Gegenüber Bloomberg TV wich van Houten einer entsprechenden Frage aus.
Das Krisensignal dürfte die Branche aufhorchen lassen. Der 120 Jahre alte Philips-Konzern ist mit 120.000 Mitarbeitern einer der größten Elektronikkonzerne der Welt und ähnlich wie der Münchener Konkurrent Siemens auch in den Bereichen Beleuchtungs- sowie Gesundheitstechnik aktiv. Siemens wird am 10. November die Jahreszahlen präsentieren.