Putin lässt sich von seiner Putina scheiden
Baku, den 7. Juni (AZERTAG). Scheidungsgerüchte um Russlands mächtigsten Politiker gibt es seit langem. Nun verkündet Kremlchef Putin zur besten Sendezeit im Staats-TV die Trennung von Ljudmila Putina. Nach 30 Jahren Ehe.
Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr ließen sich Wladimir Putin und Ljudmila Putina zusammen im Fernsehen zeigen. Sie kamen zu einer Ballettvorführung im Großen Kremlpalast. Auf der Bühne lief „La Esmeralda“, ein Stück nach Viktor Hugos „Der Glöckner von Notre Dame“. Wladimir und Ljudmila Putin verließen den Saal, um dem staatlichen Sender „Rossija 24“ ein Interview zu geben.
Sie beginnen mit Small-Talk über das Ballett. „Wunderbare Musik“, sagt Putin. „Ich habe den Eindruck, dass unser Ballett die Perfektion erreichte“, sagte Putina. „Wir saßen im Saal und tauschten unsere Eindrücke aus“, ergänzte sie der russische Präsident. Bis zu dieser Stelle sah es nach einem offiziellen Interview aus. Die Fernsehkorrespondentin fragte aber dann, ob die Gerüchte stimmen, dass die beiden nicht mehr zusammenleben. Ungewöhnlich. Denn normalerweise sind Fragen nach dem Privatleben Putins ein Tabu. Doch jetzt lächelt er, sieht Ljudmila Puitina an und sagte: „Ja, das stimmt.“
„Meine ganze Arbeit ist mit der Öffentlichkeit verbunden. Einer mag das, der andere nicht. Aber es gibt Menschen, die damit überhaupt nicht kompatibel sind“, erklärt Putin die Gründe für das Ehe-Aus. „Das war eine gemeinsame Entscheidung.“ Seine Ex-Frau stimmt ihm zu: „Wir sehen uns kaum. Wladimir Wladimirowitsch ist in die Arbeit vertieft. Unsere Kinder sind erwachsen, jedes von ihnen lebt sein eigenes Leben.“ Sie möge es nicht, in der Öffentlichkeit zu sein. Und Flüge vertrage sie schwer.
Tatsächlich war die russische First Lady in den letzten Jahren fast unsichtbar geworden. Im Mai 2012 hat sie ihren Mann bei seiner Amtseinführung begleitet. Danach verschwand sie wieder. Am 6. Januar, am orthodoxen Heiligen Abend, feierte sie ihren 55. Geburtstag. Putin war in der gleichen Nacht in einem Gottesdienst zu sehen, allerdings alleine. Zu Ostern war er ebenfalls ohne Ehefrau in der Kirche. Bei seinen Auslandsreisen und offiziellen Besuchen bleibt er immer ohne Begleitung. 2010 besuchte ein Fernsehteam Putins bei der Volkszählung. Die beiden saßen in einem seltsamen „Wohnzimmer“ mit brauen Möbeln, die mit ihrer braunen Kleidung farblich abgestimmt waren. Es sah nach einem Hotelzimmer oder einem speziell eingerichteten Fernsehstudio aus.
In den Medien kursierten seit langem wildeste Gerüchte, Ljudmila Putina wohne in einem Kloster im Norden Russlands und Putin habe ein Kind mit einer neuen Frau. 2008 berichtete die Zeitung „Moskowskij Korrspondent“, Putin habe sich von seiner Ehefrau scheiden lassen und heirate die junge Sportlerin Alina Kabajewa. Der russische Präsident hat es damals dementiert. Und die Zeitung wurde kurz danach geschlossen.
„Man kann sagen, das ist eine zivilisierte Scheidung“, sagte Putina am Ende des Interviews. „Wir haben sehr gute Beziehungen. Ich bin Wladimir Wladimirowitsch sehr dankbar, dass er bis jetzt mich und die Kinder unterstützt.“ Vor 30 Jahren hat sie Wladimir Putin geheiratet. Die geborene Ljudmila Schkrebnewa studierte Romanistik in Leningrad. Nach dem Ende des Studiums ging sie mit ihrem Mann nach Dresden, wohin er vom sowjetischen Geheimdienst geschickt wurde.