Satellitenbilder zeigen Zerstörung muslimischer Wohnviertel
Baku, den 2. April (AZERTAG). Mehr als 800 zerstörte Häuser, niedergebrannte Wohnviertel. Satellitenbilder belegen laut „Human Rights Watch“ das Ausmaß der Ausschreitungen gegen Muslime in Zentralburma. Die Menschenrechtler verlangen Aufklärung, der Staatspräsident sorgt sich um das Image des Landes.
Burma gerät wegen der jüngsten Ausschreitungen gegen Muslime zunehmend unter Druck. Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW) forderte am Montag die Regierung auf, die Unruhen gründlich zu untersuchen und diejenigen zu bestrafen, die für den Tod von Muslimen verantwortlich sind.
Die Organisation veröffentlichte Satellitenbilder, die offenbar das Ausmaß der Zerstörung bei den Ausschreitungen in der zentralburmesischen Stadt Meiktila zeigen. Dort gab es vor anderthalb Wochen drei Tage lang die schwersten Zusammenstöße zwischen Buddhisten und Muslimen.
Die Aufnahmen zeigen die Zerstörungen in drei Gebieten der Stadt. Dabei erscheinen in den Aufnahmen von 27. März ganze Stadtviertel von Asche bedeckt und zerstört. Auf der Grafik oben, die die aktuellen Bilder mit Aufnahmen vom Dezember 2012 abgleicht, sollen laut „Human Rights Watch“ 442 Wohnhäuser zerstört oder stark beschädigt sein. Auf einer weiteren Aufnahme sind offenbar 345 zerstörte Gebäude abgebildet.
Brad Adams, Asiendirektor bei HRW, fordert von der burmesische Regierung, „die Verantwortung für die Gewalt sowie das Versagen der Polizei, die mutwilligen Tötungen und das Niederbrennen gesamter Viertel“ zu untersuchen. Insgesamt spricht HRW von 828 zerstörten Gebäuden in Meiktila, von denen die große Mehrheit Wohnhäuser seien, sowie einem Gebiet von 24 Hektar „nahezu kompletter Zerstörung“.
Staatspräsident: „Image des Landes befleckt“ - Die Ausschreitungen gegen Muslime hatten sich in den vergangenen Tagen auch auf andere Landesteile ausgebreitet. Mehrere Moscheen wurden niedergebrannt. Laut Uno-Angaben flohen mehr als 12.000 Menschen aus Meiktila. Die burmesischen Staatsmedien hatten bereits am Samstag von mehr als 160 gewaltsamen Zusammenstößen gesprochen. Insgesamt sind demnach 43 Menschen gestorben und landesweit mehr als 1300 Häuser zerstört worden.
Burmas Staatspräsident sorgt sich derweil um den Ruf des Landes. In einer Radioansprache am Sonntag sagte Thein Sein, manche Bürger hätten Tötungen und Brandstiftungen aus Zorn begangen, und „ihre Handlungen hätten das Image des Landes befleckt“.
Tatsächlich steht Burma, das wegen seiner demokratischen Wandels international gefeiert wurde, wegen des Umgangs mit Minderheiten in der Kritik. Die Spannungen zwischen der buddhistischen Mehrheit und der muslimischen Minderheit waren während der jahrzehntelangen Militärdiktatur unterdrückt worden. Es besteht nun die Befürchtung, dass die Unruhen im Zuge der Demokratisierung zunehmen könnten.
So gibt kommt es im Westen des Landes immer wieder zu Ausschreitungen gegen die muslimischen Rohingya. Im Oktober hatte „Human Rights Watch“ ganz ähnliche Satellitenaufnahmen von Rohingya-Siedlungen veröffentlicht, die niedergebrannte Wohnviertel zeigten.