Spanien brummt Booking.com mehr als 400 Millionen Euro Strafe auf
Baku, 31. Juli, AZERTAC
Neuer Ärger für die Buchungsplattform Booking.com: Wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens haben die spanischen Kartellwächter das Unternehmen zu einer mehr als 400 Millionen Euro schweren Strafe verdonnert. Booking habe seine marktbeherrschende Stellung jahrelang missbraucht, teilte die Behörde CNMC mit. Spanischen Medienberichten zufolge handelt es sich um die höchste Strafe, die jemals von der Behörde verhängt wurde.
Der Anbieter zwinge Hotels unfaire Bedingungen auf und behindere Wettbewerber, so die CNMC. „Von den Praktiken waren Hotels in Spanien und andere Onlinereisebüros betroffen, die mit der Plattform konkurrieren“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Konzern wies die Vorwürfe zurück und kündigte Einspruch gegen die Entscheidung an.
Der CNMC zufolge dürfen spanische Hotels auf ihren eigenen Internetseiten Zimmer nicht günstiger anbieten als auf Booking.com. Gleichzeitig gewähre die Buchungsplattform ihren Kunden häufig Rabatte, ohne vorher Rücksprache mit den Herbergen zu halten. Bei Streitigkeiten mit dem US-Unternehmen müssten spanische Hotels zudem niederländische Gerichte anrufen.
Die Kartellwächter kritisieren auch das Bonusprogramm für Hotels, die besonders viel Geschäft über die Plattform abwickelten. Dies erschwere es Konkurrenten, ebenfalls Verträge mit diesen Unterkünften abzuschließen.
Der Behörde zufolge kann das Unternehmen gegen den Beschluss innerhalb einer Frist von zwei Monaten eine Verwaltungsbeschwerde einlegen.