Studenten protestieren gegen Chiles Bildungssystem
Baku, den 1. September (AZERTAG). Zwei Stunden haben chilenische Studenten und Schüler das Bildungsministerium am Mittwoch besetzt. Rund 50 Jugendliche drangen bis ins Büro des Ministers Felipe Bulnes vor, der selbst aber nicht anwesend war. Die Studenten brachen nach Angaben des Ministeriums Türen auf und schlugen Fensterscheiben ein. Die Polizei räumte das Gebäude anschließend friedlich.
Die Aktivisten forderten den Rücktritt von Innenminister Rodrigo Hinzpeter. Grund ist der Tod eines 16-Jährigen , der bei Studentenprotesten am vergangenen Freitag vermutlich von einer Polizeikugel getroffen worden war.
Zugleich scheiterte am Mittwoch die Opposition im Parlament mit dem Versuch, Hinzpeter wegen der Polizeieinsätze gegen Demonstranten in den vergangenen Wochen zum Rücktritt zu zwingen. Ein entsprechender Antrag wurde in der Abgeordnetenkammer zurückgewiesen.
Mit der Besetzung des Ministeriums wollten die Schüler außerdem gegen die Aufnahme eines Dialogs zwischen der Regierung und der Konföderation der Studenten (Confech) protestieren. Ein Schüler kritisierte, die von politischen Parteien geführte Confech wolle den Konflikt gemeinsam mit der Regierung regeln, ohne die Schüler anzuhören. Der Beginn der Gespräche war für Dienstag vorgesehen, doch am Dienstagabend gab Bildungsminister Bulnes bekannt, dass das Treffen auf Samstag verschoben worden sei.
In Chile demonstrieren seit drei Monaten Schüler, Lehrer und Studenten für eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie für eine bessere Ausstattung der staatlichen Schulen.
Die Proteste in Chile haben auch Brasilianer mobilisiert. In der Hauptstadt Brasília gingen am Mittwoch Tausende Studierende auf die Straße. Rund 2500 Menschen versammelten sich vor dem Gebäude der Zentralbank, um eine Erhöhung der Ausgaben für Bildung zu fordern. „Chile, Freund, Brasilien ist bei dir“, riefen die Demonstranten und leerten in einer symbolischen Aktion gegen Korruption einen mit Wasser gefüllten Tankwagen aus.