Südafrika : Mindestens 25 junge Männer sterben nach ritueller Beschneidung
Baku, 2. August, AZERTAC
In der südafrikanischen Provinz Ostkap sind während der diesjährigen traditionellen Initiationszeit mindestens 25 junge Männer gestorben. Das teilte das Department of Cooperative Governance der Provinz der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.
Es geht dabei um eine kulturelle Praxis, bei der pubertierende Jungen beschnitten werden. Bei den Beschneidungen wird den jungen Männern die Vorhaut entfernt. Die meisten Todesfälle ereigneten sich laut Behördenangaben in nicht regulierten Einrichtungen. Meistens fehlt es dort an medizinischer Betreuung. In der Vergangenheit ist es aufgrund von Infektionen bereits zu Dutzenden Todesfällen gekommen.
Nur initiierte Jugendliche gelten in den Kulturen als "echte Männer" - In diesem Initiationsprozess sollen die Jungen auf ihre Rolle als Erwachsene vorbereitet werden. Auf die Beschneidung, die in den sogenannten Initiationsschulen von traditionellen Heilern durchgeführt wird, folgt traditionell eine mehrtägige "Phase der Abgeschiedenheit", während der die Jungen in isolierten Hütten in entlegenen Gegenden wohnen.
Kritiker warnen seit Längerem vor unkontrollierten Initiationspraktiken, die Regierung in Südafrika versucht, gegen profitorientierte Betreiber vorzugehen. Erst Ende Juni hatten Sicherheitskräfte laut Regierungsangaben insgesamt 67 Jungen aus illegalen Beschneidungseinrichtungen gerettet.
Das Ritual, das in Südafrika unter anderem von den Volksgruppen Xhosa und Ndebele praktiziert wird, ist kulturell tief verwurzelt. Nur initiierte Jugendliche gelten in diesen Kulturen als "echte Männer".
In der Vergangenheit hat diese Praxis bereits zu zahlreichen Tragödien geführt. Im Vorjahr sind während der Initiationszeit in der Provinz Ostkap 38 junge Männer ums Leben gekommen. Die Saison für den Brauch erstreckte sich von Januar bis Juli.
Behörden und traditionelle Führer rufen regelmäßig dazu auf, nur an registrierten Schulen an der Beschneidung teilzunehmen. Seit 2010 werden die zugelassenen Einrichtungen von der Regierung streng reguliert. Versuche, eine medizinische Beschneidung in Kliniken zu fördern, um gesundheitliche Risiken zu minimieren, hatten bislang kaum Erfolg.