Südkorea fordert zum Verlassen von Kaesong auf
Baku, den 26. April (AZERTAG). 175 Südkoreaner harren in der Sonderwirtschaftszone aus, der Norden lehnt Verhandlungen ab. Südkorea prüft laut seinem Verteidigungsminister nun „Gegenmaßnahmen“.
Nach der Ablehnung Nordkoreas von Verhandlungen über die Zukunft des gemeinsam betriebenen Industrieparks Kaesong hat Südkorea seine dort verbliebenen Staatsbürger zum Verlassen des Gebiets aufgefordert. Alle noch in Kaesong befindlichen Südkoreaner sollten aus der Zone ausreisen, sagte Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae am Freitag in Seoul.
Zuvor hatte Nordkorea die ultimative Aufforderung Südkoreas zu offiziellen Gesprächen über das gemeinsame Industriegebiet Kaesong abgelehnt. Das meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag unter Berufung auf das Nationale Verteidigungskomitee Nordkoreas.
Die südkoreanische Regierung kritisierte, dass das Ultimatum ignoriert werde, mit ihr bis Freitag Gespräche über die praktisch stillgelegte Sonderwirtschaftszone zu führen. Ein Sprecher des Vereinigungsministeriums, Kim Hyung-suk, sagte, Südkorea prüfe nun Gegenmaßnahmen. Er wollte sich dazu aber nicht näher äußern. Zuvor hatte er von einer „schwerwiegenden Maßnahme“ gegen den Norden gesprochen.
Inmitten eskalierender Kriegsdrohungen hatte Pjöngjang Anfang des Monats seine 53.000 Arbeiter aus der auf seinem Gebiet liegenden Sonderwirtschaftszone zurückgezogen und südkoreanischen Managern und Lieferungen den Zugang gesperrt. Noch rund 175 Südkoreaner halten in dem Komplex aus, ihnen gehen aber nach Seouler Angaben Lebensmittel und Medikamente aus.
Nordkorea zeigt nur Militärparaden - Daraufhin hatte die Regierung in Seoul Pjöngjang ein Ultimatum bis Freitagmittag (Ortszeit) gestellt, um über das Schicksal der gemeinsam betriebenen und derzeit paralysierten Sonderwirtschaftszone Kaesong zu verhandeln. Aus Nordkorea kamen bisher nur Bilder neuer Militärparaden.
Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Jagdflugzeugen am Himmel, während Soldaten im Stechschritt an Machthaber Kim Jong-un vorbeimarschierten. Die Parade gehörte zu den Feierlichkeiten des 81. Jahrestages der Gründung des Militärs.
Beobachter vermuten nun, dass Seoul die letzten in der in Nordkorea gelegenen Industriezone verbliebenen Mitarbeiter abziehen wird. Dabei handelt es sich um etwa 175 südkoreanische Manager, denen so langsam die Vorräte an Essen und Medizin ausgingen, hieß es.
Nordkorea solle zunächst erlauben, diesen Mitarbeitern Nachschub über die Grenze liefern zu können, sagte Wiedervereinigungsminister Kim. Seit Anfang April lässt Pjöngjang die 53.000 nordkoreanischen Arbeiter, die in den Fabriken südkoreanischer Unternehmen in Kaesong arbeiten, nicht mehr zur Arbeit erscheinen.