Südkoreas ehemaliger Präsident Yoon erneut in Haft genommen
Baku, 10. Juli, AZERTAC
Südkoreas Ex-Präsident Yoon Suk Yeol ist im Kontext der Vorwürfe nach seiner Ausrufung des Kriegsrechts erneut in Haft genommen worden. Das Gericht in Seoul erließ den Haftbefehl, da die Gefahr bestehe, dass Yoon Beweise vernichte, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.
Yoon wurde demnach in ein Gefängnis südlich der Hauptstadt überführt. Bei der vorherigen Anhörung hätten seine Anwälte alle Vorwürfe gegen den Ex-Präsidenten bestritten.
Es ist bereits das zweite Mal, dass Yoon nach der höchst umstrittenen, kurzzeitigen Ausrufung des Kriegsrechts im Dezember in Untersuchungshaft genommen wurde. Er war zunächst im Januar wegen des Vorwurfs des Aufstands festgenommen worden, kam aber im März aufgrund von Verfahrensfehlern wieder frei. Im April begann ein Prozess gegen ihn. Yoon wies die Vorwürfe stets zurück.
Ausrufung des Kriegsrechts stürzte Südkorea in die Krise - Anfang Mai wurde der Ex-Präsident zudem wegen Amtsmissbrauch angeklagt, zunächst war jedoch keine Untersuchungshaft beantragt worden.
Yoon hatte Südkorea mit der Ausrufung des Kriegsrechts Anfang Dezember in eine tiefe politische Krise gestürzt. Zwar hob Yoon das Kriegsrecht nach wenigen Stunden wieder auf, gleichwohl stimmte das Parlament für seine Absetzung. Seine Entmachtung wurde Anfang April vom Verfassungsgericht bestätigt.
Yoon hatte die drastische Maßnahme auch damit begründet, dass die linke Opposition angeblich von kommunistischen und staatsfeindlichen Kräften unterwandert sei. Beweise für diese Anschuldigungen legte er nicht vor.