Tesla muss nach Todesfahrt mit Autopilot 243 Millionen Dollar zahlen
Baku, 2. August, AZERTAC
Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Florida hat den Autobauer Tesla nach einem tödlichen Unfall mit einem Autopiloten zur Zahlung von 243 Millionen Dollar verurteilt.
Den Hinterbliebenen einer getöteten Frau und ihrem bei dem Unfall im Jahr 2019 schwer verletzten Freund wurden 129 Millionen Dollar zugesprochen, wovon Tesla ein Drittel zahlen müsse. Tesla soll zudem 200 Millionen Dollar Strafe zahlen. Der von Elon Musk geführte Elektroautobauer will in Berufung gehen. Für Tesla ist es eine seltene Niederlage vor Gericht.
Mit 100 Km/h über eine Kreuzung - Die Klage bezog sich auf einen Unfall, bei dem ein Mann mit seinem Tesla Model S mit eingeschaltetem Autopilot-System mit etwa 100 Kilometern pro Stunde über eine Kreuzung gefahren und in einen geparkten Chevrolet geprallt war. Dessen beide Insassen standen neben dem Wagen am Seitenstreifen. Eine der beiden Personen wurde dabei getötet, die andere schwer verletzt.
Die Geschworenen urteilten am Freitag, dass Tesla für den Unfall haftbar ist. Ein Anwalt der Kläger, Brett Schreiber, sagte nach dem Urteil, Tesla habe seinen Autopiloten nur für bestimmte Straßen wie Schnellstraßen entwickelt, sich aber bewusst dafür entschieden, Fahrer nicht daran zu hindern, ihn anderswo zu benutzen.
Tesla teilte mit, der Konzern wolle angesichts von Fehlern und Unregelmäßigkeiten in dem Verfahren Berufung einlegen. In früheren Verfahren zu Autopilot-Unfällen wurde Tesla entweder freigesprochen oder einigte sich mit den Klägern auf Vergleichszahlungen.
Der Konzern betonte stets, dass Autopilot nur ein Assistenzsystem sei und die Menschen am Steuer jederzeit bereit sein müssten, wieder die Kontrolle zu übernehmen. Zugleich wurde Tesla mehrfach dafür kritisiert, dass es zeitweise zu einfach gewesen sei, sich aus der Aufsichtspflicht herauszuziehen.