Tote und Verletzte bei Erdbeben in Taiwan
Peking, 19. September, AZERTAC
Ein Erdbeben der Stärke 6,8 hat in Taiwan Häuser einstürzen lassen und weitere Schäden verursacht. Die Erdstöße trafen den dünn besiedelten südöstlichen Teil der Insel.
Ein Arbeiter starb in einem Zementwerk, als er von einem herabstürzenden Staubfilter getroffen wurde. 146 weitere Menschen wurden verletzt, wie das chinesische Büro von AZERTAC mitteilte.
Das Epizentrum lag 42 Kilometer nördlich von Taitung im Südosten Taiwans. Häuser und Straßen wurden beschädigt. In Yuli stürzte eine Brücke ein. Medienberichten zufolge sind dort womöglich drei Menschen und mindestens ein Fahrzeug in die Tiefe gestürzt.
Mehrere Menschen wurden in einem eingestürzten dreistöckigen Supermarkt im östlichen Landkreis Hualien eingeschlossen. Vier konnten verletzt geborgen und ins Krankenhaus gebracht werden. Erdrutsche blockierten Straßen. Der Bahnverkehr wurde vorübergehend ausgesetzt. Im Osten des Landes entgleisten den Behörden zufolge sechs Zugwaggons, rund 20 Passagiere mussten in Sicherheit gebracht werden. Sie blieben unverletzt. Zunächst war von drei Waggons die Rede gewesen. Aufzüge in hohen Gebäuden stoppten.
Rettungskräfte verschafften sich Zugang zu mehr als 600 Menschen, die aufgrund verschütteter Straßen in einer Bergregion eingeschlossen waren. Auch in der Hauptstadt Taipeh schwankten kurz die Gebäude, mehrere Nachbeben waren zu spüren. Größere Chipfabriken in den Städten Tainan und Kaohsiung sind laut den Betreibern nicht betroffen.
Das Beben trat in nur sieben Kilometern Tiefe auf, wodurch die Intensität verstärkt wurde. Es war bereits das zweite in zwei Tagen. US-Überwachungsstationen maßen Erdstöße der Stärke 7,2 und gaben eine Tsunamiwarnung für Taiwan heraus, die sie aber schon bald wieder aufhoben. Auch die japanischen Behörden annullierten nach kurzer Zeit ihre eigene Tsunamiwarnung für Teile der Präfektur Okinawa, die zwischen Taiwan und den weiter entfernten japanischen Hauptinseln liegt.
Aufgrund der Lage Taiwans an der Grenze zwischen zwei Erdplatten kommt es dort immer wieder zu Erdstößen. Bei einem Beben der Stärke 7,3 wurden 1999 über 2.000 Menschen getötet.