Unkontrollierte Kernspaltung in Fukushima befürchtet
Baku, den 2. November (AZERTAG). Wie aus ausländischen Presseberichten hervorgeht seien in Fukushima neue Probleme entstanden: In Reaktor 2 des japanischen AKW gebe es Anzeichen auf unkontrollierte Kernspaltung, teilte der Betreiber der Atomruine mit. Es handele sich aber um keine besonders kritische Situation, behauptet der Energiekonzern Tepco.
Aus dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ist wieder ein besorgniserregender Vorfall gemeldet worden. Im Reaktor 2 wurden Hinweise auf eine unkontrollierte Kernspaltung entdeckt, gab das Betreiberunternehmen Tepco am Dienstag bekannt. Vorsorglich sei über eine Kühlwasserleitung Borsäure in die Anlage geleitet worden, um eine mögliche Kettenreaktion unter Kontrolle zu bringen.
Kernspaltung erfolgt normalerweise in kontrollierter Form in Atomreaktoren zur Energiegewinnung. Dafür wird ein geeignetes Isotop wie etwa Uran-235 mit Neutronen beschossen. Fängt das Uran ein Neutron ein, wird es instabil und zerfällt in zwei leichtere Kerne, wobei Energie in Form schneller Neutronen frei wird. Die Neutronenenergie wird zum Erhitzen von Wasser genutzt, um in Turbinen Strom zu erzeugen. Ein Teil der Neutronen wird gebremst, um weitere Atomkerne zu spalten. So entsteht eine Kettenreaktion. Die Spaltprodukte sind in der Regel radioaktiv.
Gerät ein Reaktor außer Kontrolle, ist die Kernspaltung nicht mehr steuerbar. Die freigesetzte Energie wird nicht mehr abgeleitet, Temperatur und Druck steigen. Die Nebenprodukte dieser atomaren Reaktion lassen sich nachweisen. Als „Gegenmittel“ kann mit Borsäure versetztes Wasser verwendet werden. Die Säure verhindert, dass die bei der Kernspaltung freigesetzten Neutronen eine Kettenreaktion auslösen.