Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

US-Kongress lädt Apple-Chef wegen Steuertricks vor

Baku, den 17. Mai (AZERTAG). Großkonzerne wie Google, Apple oder Amazon rechnen sich in ihrer Heimat arm, um weniger Steuern zahlen zu müssen. Die Kritik an den Schlupflöchern wächst. Jetzt muss sich auch Tim Cook rechtfertigen.

In der Debatte über globale Steuertricks von Großkonzernen wollen US-Politiker nun auch Apple-Chef Tim Cook vor einen Ausschuss zitieren. Das Unternehmen bestätigte, dass Cook am Dienstag im Kongress zum Thema befragt werden solle.

In einem Interview der „Washington Post“ kündigte der Apple-Chef an, er wolle dem Senatsausschuss ein paar Kompromissvorschläge unterbreiten. So bezeichnete Cook den gegenwärtigen Steuersatz von 35 Prozent für Erträge, die Unternehmen vom Ausland zurück in die USA überweisen, als sehr hoch.

„Wir schlagen nicht vor, dass es null Prozent sein müssen“, sagte Cook. Aber ein niedrigerer Steuersatz wäre in diesem Fall vernünftiger. Vor dem Ausschuss haben bereits Spitzenvertreter von Hewlett-Packard und Microsoft ausgesagt.

Konzerne rechnen sich arm - In den USA und Europa hat die Debatte über Steuersparmodelle von Großkonzernen zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen. Wegen ihrer Tricks zur Minderung der staatlichen Abgaben waren zuletzt auch das Internet-Versandhaus Amazon, die Kaffeehauskette Starbucks und der Suchmaschinenbetreiber Google in die Kritik geraten.

Hintergrund sind Schlupflöcher in der Steuergesetzgebung, mit denen sich die Unternehmen in ihrer Heimat arm rechnen können. Der Widerstand gegen dieses Finanzgebaren wächst zunehmend - schließlich transportieren Unternehmen wie Amazon ihre Waren beispielsweise über Straßen, für die andere Steuern zahlen.

Die OECD will in den nächsten Monaten einen Maßnahmenkatalog vorlegen, um die Steuertricks großer Konzerne zu erschweren. Das Thema steht auch auf der Agenda der G-20-Staaten.

Amazon im Visier des britischen Parlaments - Beispielsweise setzte Google in Großbritannien von 2006 bis 2011 etwa 18 Milliarden Dollar um, zahlte aber nur 16 Millionen Dollar an Steuern. Amazon zahlte trotz eines Umsatzes von umgerechnet 4,7 Milliarden Euro in Großbritannien nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr nur 2,9 Millionen Euro Steuern.

Der Onlinehändler muss sich deshalb ebenfalls auf unbequeme Fragen vor einem Parlamentsausschuss gefasst machen. „Wir müssen Amazon ganz dringend noch einmal vorladen und sie mit all dem konfrontieren, was Sie enthüllt haben“, sagte die Vorsitzende des Ausschusses für Öffentliche Angelegenheiten im Unterhaus, Margaret Hodge. Sollte sich herausstellen, dass Amazon bei einer früheren Anhörung das Parlament belogen habe, wäre dies eine „sehr ernste Angelegenheit“.

Zugleich forderte Hodge die britischen Steuerbehörden auf, noch einmal genau zu prüfen, inwieweit Amazon wirklich alle Steuern gezahlt habe, die es nach geltendem Recht an das Königreich hätte entrichten müssen.

Amazon-Spitzenmanager Andrew Cecil erklärte bei einer ersten Anhörung im November, dass das britische Amazon-Geschäft nicht eigenständig sei und alle wichtigen Entscheidungen am Firmensitz in Luxemburg gefällt würden. Dies sei der Grund, weshalb Amazon vor allem dort Steuern abführe. In Luxemburg gelten deutlich niedrigere Steuersätze.

 

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