Waldbrände haben Griechenland, Frankreich, Italien fest im Griff
Baku, 28. Juli, AZERTAC
Tausende Feuerwehrleute sind derzeit im Süden Europas damit beschäftigt, verheerende Brände einzudämmen. In Griechenland kämpfen Einsatzkräfte gegen Dutzende Waldbrände. Von rund 55 Feuern seien allerdings inzwischen 50 weitestgehend unter Kontrolle, hieß es am Sonntagabend.
Es brennt demnach weiter auf der Halbinsel Peloponnes sowie auf den bei Touristen beliebten Urlaubsinseln Euböa, Kythera und Kreta. Laut offiziellen Angaben galt für sechs Regionen auch am Montag eine erhöhte Brandgefahr.
Häuser, Bienenstöcke, Olivenbäume – alles verbrannt: Auf dem Peloponnes stieg die Temperatur am Sonntag auf 41,8 Grad. Vielerorts trugen heftige Winde in der ausgetrockneten Landschaft zur Ausbreitung der Flammen bei. Sie sollen abflauen, allerdings herrschen auf der bei Touristen beliebten Insel Kythira weiter „besorgniserregende“ Bedingungen.
Die halbe Insel sei bereits niedergebrannt, sagte Kythiras Vize-Bürgermeister Giorgos Komninos dem Sender ERT. „Häuser, Bienenstöcke, Olivenbäume sind verbrannt“, sagte er.
Strand evakuiert - Auf Kythira waren am Samstag mehrere Dutzend Menschen mit Booten von einem beliebten Strand vor den Flammen in Sicherheit gebracht worden. Die Behörden riefen zudem die Bewohner zur Evakuierung auf. Dutzende Feuerwehrleute und mehrere Löschflugzeuge sowie Hubschrauber waren im Einsatz.
Auf der Halbinsel Peloponnes und der Insel Euböa kämpften Feuerwehrleute mit Unterstützung aus Tschechien gegen die Waldbrände. Es wurden zudem Löschflugzeuge aus Italien erwartet.
Auf Euböa starben Tausende Ziegen und Schafe. „Der Wind hat plötzlich gedreht, und alles ging in Flammen auf“, sagte der 38 Jahre alte Sotiris Angelou. „Unser Schlachthof ist komplett abgebrannt“, sagte er. Einige Dörfer waren durch Brandschäden von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die lokalen Behörden beantragten, den Notstand auszurufen, um schneller Hilfsmaßnahmen auf den Weg zu bringen.
Auf Kreta zerstörten Flammen vier Häuser und eine Kirche. Dort ist der Brand inzwischen unter Kontrolle.
Keine Entwarnung für Athener Vorort - Im Norden der Hauptstadt Athen konnten die Brände mittlerweile unter Kontrolle gebracht werden. Dutzende Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht, wie Medien berichteten. In den meisten Fällen handelte es sich um Rauchvergiftungen. Entwarnung könne es nicht geben, teilte die Feuerwehr mit. Wegen anhaltender Trockenheit reiche schon ein Funke aus, um einen Flächenbrand zu verursachen, warnten Meteorologen.
In dem Athener Vorort Kryoneri verstärkte die Polizei ihre Präsenz, um die Häuser von wegen eines nahen Waldbrandes geflohenen Bewohnern vor möglichen Plünderungen zu schützen. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sprach in Onlinediensten von einem „Titanenkampf“ der Feuerwehr gegen dutzende Brände.