Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Weltweit leben 30 Millionen Menschen in Sklaverei

Baku, den 17. Oktober (AZERTAG). Sklaverei ist für sie Alltag. 30 Millionen Menschen befinden sich in der Gewalt von Kriminellen, werden ausgebeutet und missbraucht. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Daten erstmals weltweit erhoben hat.

Sie werden als Eigentum angesehen, dürfen keine eigenen Entscheidungen fällen und nicht einmal etwas eigenes besitzen. Einer Studie der Walk Free Foundation zufolge sind knapp 30 Millionen Menschen weltweit Opfer moderner Sklaverei. In 162 Ländern wurden für die Untersuchung Daten erhoben.

Vor allem in Teilen Westafrikas und im Süden Asiens werden immer noch Menschen in die Sklaverei hinein geboren, heißt es in dem Bericht. Andere Opfer werden entführt und weiterverkauft, zwangsverheiratet oder als kostenlose Arbeitskräfte missbraucht. Häufig werden die Opfer auch mit der Aussicht auf einen Job oder eine Ausbildung angelockt - dann aber ausgebeutet. „Nicht immer wird dafür physische Gewalt angewendet“, heißt es in der Studie. Die Täter zwingen sie auch durch Einschüchterung, Täuschung oder Isolation in die scheinbar ausweglose Situation.

Moderne Sklaverei ist dabei definiert als der Zustand, in dem eine Person besessen und kontrolliert wird, mit dem Ziel, aus dem Menschen Profit zu schlagen, ihn zu missbrauchen oder zu schleusen. Durchgesetzt wird das von den Tätern durch Gewalt, Drohungen und/oder Nötigung.

Der Sklaverei-Bericht ist der erste weltweit. Er hat dafür das zahlenmäßige Aufkommen von modernen Sklaven in Relation zur Bevölkerungszahl gesetzt, sowie die Häufigkeit von Zwangsverheiratung von Kindern und Menschenhandel erhoben.

Bis zu zu zehn Jahre Haft für die Täter - Besonders in Mauretanien ist das offenbar Teil des Alltags. Zwischen 140.000 und 160.000 Menschen leben hier in Unfreiheit - wobei die Gesamtbevölkerung gerade 3,8 Millionen Menschen umfasst. Damit führt der westafrikanischen Staat die Nationen mit dem höchsten Aufkommen moderner Sklaverei an. Einer Nichtregierungsorganisation (NGO) zufolge soll sogar jeder fünfte Einwohner Mauretaniens Opfer von Sklaverei sein, heißt es in der Studie. Die Betroffenen, Kinder und Erwachsene, seien vollständiges Eigentum ihrer „Herren“, die komplette Kontrolle über sie ausführen. Vor allem Frauen betreffe das. Sie müssen häufig im Haushalt arbeiten, sogar ihre sozialen Interaktionen würden überwacht, nicht selten werden sie auch Opfer sexueller Übergriffe.

Obwohl Sklaverei seit 1961, also mehr als einem halben Jahrhundert, in Mauretanien verboten ist, ist das der Studie zufolge immer noch gängige Praxis. Erst seit zehn Jahren gibt es dort ein Gesetz gegen Menschenhandel, 2007 trat ein Gesetz mit einer neuen Definition von Sklaverei in Kraft, das den Tatbestand mit bis zu zehn Jahren Haft belegt. Trotz dieser neuen Richtlinien sei es für die Opfer nach wie vor schwer, ihre Rechte auch durchzusetzen. Im März dieses Jahres wurde schließlich eine Behörde eingesetzt, die gegen Sklaverei und Armut ankämpfen soll.

Auch in Haiti ist die Situation dem Report zufolge alarmierend. Dort habe vor allem die Versklavung von Kindern zugenommen. Bis zu 200.000 Menschen sollen hier als Sklaven leben - bei einer Bevölkerungsgröße von 10,2 Millionen. Pakistan landet auf dem dritten Rang. Dort wird angenommen, dass unter den 179 Millionen Einwohnern mehr als zwei Millionen Sklaverei-Opfer sind.

 

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