Wie Japans Jagd auf Wale gestoppt werden soll
Baku, den 29. Juni (AZERTAG). Japan tötet jährlich Hunderte von Walen im Südpolarmeer. Nur zu Forschungszwecken, versichert das Land. Doch Australien spricht von Täuschung. Jetzt muss das höchste UN-Gericht ein Urteil fällen.
Australien hat den Internationalen Gerichtshof aufgerufen, der Jagd auf Wale durch Japan ein Ende zu bereiten. Japan töte jährlich im Südpolarmeer Hunderte der geschützten Meeressäuger und verletze damit wiederholt internationales Recht, betonten die Juristen Australiens vor dem höchsten UN-Gericht in Den Haag. Das Land hatte Japan 2010 vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen verklagt. Neuseeland unterstützt die Klage.
Nach Ansicht der Kläger verletzt Japan ein internationales Moratorium, das seit 1986 die kommerzielle Jagd auf Großwale verbietet. Das Land beruft sich aber auf eine Ausnahmeregelung.
Der japanische Vize-Außenminister Koji Tsuruoka erklärte vor Journalisten, sein Land betreibe Walfang zu Forschungszwecken, dies sei im Einklang mit internationalem Recht. Japan sei „stolz auf seine Tradition, in Harmonie mit der Natur zu leben“. Die Forschung diene dazu, die „Nachhaltigkeit der Wal-Bestände“ besser zu verstehen.
Fleisch gilt in Japan als Delikatesse - Das sei Augenwischerei, meinte der Vertreter der australischen Generalstaatsanwaltschaft, zum Auftakt der Anhörung. „Japan verfolgt unter dem Vorwand der wissenschaftlichen Forschung rein kommerzielle Interessen. Aber es ist einfach keine Wissenschaft“, fügte er hinzu. Die Jagd habe „katastrophale Folgen“ für den Walbestand im Südpolarmeer, sagte der Jurist Justin Gleeson.
Japanische Walfänger töteten jährlich rund eintausend Tiere. Die japanische Regierung macht keinen Hehl daraus, dass das Fleisch getöteter Wale in Japan durchaus verzehrt wird. Das Fleisch der Tiere gilt als Delikatesse.
Dem Abschlachten ein Ende bereiten - Die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, die seit Jahren gegen Waljäger in den eisigen Gewässern der Antarktis vorgeht, begrüßte die Eröffnung des Verfahrens. „Wir hoffen, dass das Gericht endlich dem Abschlachten ein Ende bereitet“, sagte ein Sprecher in Den Haag.
Der internationale Tierschutzbund betonte, dass das Töten der Forschung nicht diene. „Kommerzieller Walfang ist grausam und veraltet und bringt keinen wissenschaftlichen Nutzen.“
Japan will in der kommenden Woche vor den 16 Richtern darlegen, dass die Regierung sich an internationales Recht halte. Australien und Umweltschützer hoffen, dass das UN-Gericht noch in diesem Jahr vor Beginn der neuen Jagdsaison eine Entscheidung trifft.